Archiv vom ‘29. November 2020’

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heimatkunde

heimatkunde mit dem baum 🙂 – als ergänzung zu fragen die beim montagsbeitrag und schon früher auftauchten. wer liegt denn nun hier begraben? der schriftsteller, architekt oder der affe weber?

also in diesem grab liegt schon komponist Carl Maria von Weber. der starb zwar 1826 in london wurde aber 1844 nach dresden überführt und unter grosser anteilnahme der bevölkerung begesetzt. die trauerrede hielt Richard Wagner der auch die trauermusik nach motiven von weber komponierte! aber einen affen hatte weber schon – er hiess schnuff, war handzahm und hat den komponisten in seiner dresdner zeit in hosterwitz begleitet. dort hat er auch – standesgemäß – einen epitaph bekommen – gestatltet vom bildhauer Joachim Zehme. weber selbst sagt über einen schnuff

“Auf einer der Fahrten nach den, bei dem freundlichen Altona und Blankenese lieblich am hohen Elbufer gelegenen Besitzungen der Godefroy’s, traf das Paar Matrosen an, welche Affen zum Verkaufe ausboten. Einer derselben, ein kleiner allerliebster, kaum spannenhoher Capuzineraffe, zeigte sich so liebenswürdig, schnitt so charaktervolle Gesichter, kratzte sich so tiefernst und bedenklich hinterm Ohr, daß Caroline ausrief: »den muß ich haben, der sieht S…. zu ähnlich!« Weber, der allem Spaße immer hold war, zog lachend die Börse und zahlte die dafür geforderten 3 Louisd’or, »Nie,« äußerte er später oft, »habe ich Geld nützlicher angewendet, denn seinen tausendfachen Preis hat mir der kleine Satan an Apotheke und Doktor gespart, den Genuß, Herrn S. eine Kette an’s Bein legen zu können, ganz ungerechnet!« Mit kindischer Freude führte das Paar den kleinen Gefangenen in einem Vogelbauer, der in Hamburg gegen ein wohlausgepolstertes, warmes Kästchen vertauscht wurde, heim.”

Quelle: Weber, Max Maria von: Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild. Band 2, Leipzig: Ernst Keil, 1866, S. 264-265.

und so sieht das ganze aus

in der rechten hand hält der affe ein bildnis des compositeurs und in der linken ein schriftstück mit der widmung

Schnuff Weber Freund aus der Neuen Welt

dem maestro ist noch ein standbild zwischen sempergalerie und semperoper gewidmet – geschaffen (wie so viele in dieser stadt) von Ernst Rietschel. von 1844 (andere quellen sagen 1855) bis 1860 – da wurde es eingeweiht!

womit wir jetzt alle unklarheiten beseitigt hätten. das webermuseum in hosterwitz steht noch auf der liste – ist aber derzeit geschlossen…

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sonntags

sonntags geht man in die kirche – und wenn es als ergänzung zur heimatkunde vom montag ist. in diese

die matthäuskirche zu dresden friedrichstadt. erbaut nach plänen von Matthäues Daniel Pöppelmann ab dem jahre 1728. um so mehr erstaunt ein blick ins innere

mehr dazu gibt es auf der zugehörigen #kirchensafari-seite (wie neulich versprochen) – sie ist im aufbau!

in diesem sinne wünsche ich der geneigten leserschaft einen schönen ersten advent und bleiben sie bitte gesund!

vielleicht noch zur feier des tages die bach-kantate zum ersten advent!

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