#heimatkunde – ein bissel weiter gefasst – die II. auf dem heimwg vom eckhof-theater in gotha führte die route nicht nur zum oberschloss kranichfeld sonder auch durch ilmtal. wo es ein weiteres baudenkmal zu ‚befahren‘ gilt. die
bedeutet 3 tage hintereinander frei – diesmal zu hause und nicht wie vor einiger zeit. z.b. im böhmischen nachbarland. das bedeutete auch 3 tage genusswandern/-spazieren. 2x alleine 1x mit meinen beiden lieben. nachzugehen sind die „touren“ hier, hier und hier. das wetter hat mitgespielt – da ich immer relativ zeitig unterwegs war gings auch noch mit der wärme. und es war natürlich fotografierwetter.
und nicht zuletzt von clara schumanns lieblingslinde in schmorsdorf aus nach osten geschaut. ausblicke gabs also zur genüge. und ich hatte es gestern versprochen – zwei mir bisher unbekannte denksteine gibt es noch zu vermelden. da wäre zum einen ‚Klotzes Grab‘ – ebenfalls am hochübel bei bärenfels gelegen
und zum anderen der ‚Krutzsch Gedenkstein‘ an der (ehemaligen) Krutzsch-Tanne unterhalb des hochhübels.
ich habe die beiden alten strassen/wege so explizit erwähnt weil ich mit herrn clarus darüber fabuliert hatte (ich hab mir erklären lassen wo der name herkommt, wo sie langführten, was noch übrig ist). und er hat solche anschaulichen erklärungen geliefert das ich beschlossen hab #spurensuchen daraus zu machen. die wird es also bald zu lesen geben (gibt es jetzt hier). einen ausblick möchte ich zum schluss noch einfügen – der ist so auch nicht so oft zu sehen – einmal ins böhmische becken geblickt bis übers böhmische mittelgebirge
in diesem sinne wünsche ich ihnen noch einen recht schönen restfeiertag!
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PS – das knabenkraut blüht wieder allerfeinst gibt es noch zu vermelden
sonntags geht man in die kirche – blickt man(n) auf 3 freie tage zurück, die unterschiedlicher nicht sein konnten. nicht vom wetter – alle 3 waren nach kalten nächten frühsommerlich warm – und somit prädestiniert nicht drin zu hocken. am freitag war ich allein auf spurensuche im erzgebirge, meine kenntnisse über vorderzinnwald vertiefen. alles wichtige gibts beim klickklack aufs bild zu lesen 😉
es war ein traumhafter morgen – fast windstill, mit eifrigen vögelein und luft wie samt und seide (oder wie man dazu sagt 😉 ).
es war ein traumhafter morgen – fast windstill, mit eifrigen vögelein und luft wie samt und seide (oder wie man dazu sagt 😉 ). nur den gesuchten keller mit der milchkanne hab ich nicht gefunden – nur den (ich muss zugeben – so abenteuerlustig wie früher bin ich nicht mehr, im unterholz rumkriechen liegt mir nicht mehr so – zumal mich an allen drei tagen ein kräftiger schnief ein wenig eingebremst hat…)
gestern dann – kontrastprogramm – gemeinsam. spargelkauf beim spargelbauern sollte es sein, ein sühnekreuz fand sich bei dieser gelegenheit auch, und als abschluss ein wenig müssiggang im barock. namentlich in selbigem garten in zabeltitz.
das #sühnekreuz bei böhla
und heute dann eine kleine radrunde nach dem friedhofsbesuch – einmal fichteturm und zurück
also ein fürwahr gefülltes wochenende – nun noch ein wenig ruhe vorm beginn der neuen woche. kommen sie gute in selbige!
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ps – ich wäre nicht ich wenn ich nicht wenigstens in x kirchen gewesen wäre in diesen tagen – eine zum beispiel die st.georg kirche in zabeltitz
uns (besser mich) zog es gestern noch einmal in die lausitz – die oberlausitz. und weil ich gern zugestimmt hatte in bautzen einen zwischenstopp eizulegen un dieses einzigartige stoffgeschäft aufzusuchen
eigentliches ziel war aber niederseifersdorf mit seiner einzigartigen wehrkirche – das kunsthistorisch wohl bedeutsamste bauwerk ausserhalb von görlitz! eine schau!
die rück fahrtdann über die dörfer um noch das eine oder andere #sühnekreuz, die eine oder andere kirche (die beiden ersten bilder zeigen ralbitz-rosenthal und die kleine kapelle ‚Magdalena‘ in dessen unmittelbarer umgebung) zu besuchen und die gegend zu geniessen…
ein guter, ausgefüllter frühlingstag in einer tollen kulturlandschaft, einschliesslich in tracht gewandteter sorbinnen bei einer hochzeit.
… oder 10 tage auf reisen. durchs eichsfeld, westfalen, den ruhrpott, das bergische land, den vogelsberg und nicht zuletzt die rhön. überall wars schön (auch wenn es manchmal dauerregnete, manchmal graupelte), spannnend, historisch, lecker, feierlich, lustig, chaotisch, ruhig, nochmal feierlich, informativ und überhaupt. und es war definitv zu kurz. zusammengefasst – von a – wie schloss allstedt- bis z – wie ‚zur müngstener brücke‘ war alles dabei. ein dank geht an liebe gastgeber, liebe gäste und ganz viele nette menschen die uns gutes getan haben. und weil die frau r4pun2el gerade gefragt hat: ’schreibst noch einen beitrag über unsere reise, oder waren wir umsonst in den vielen kirchen?‘ habe ich auch was geschrieben. Danke für deine geduld! sollen wir noch ein bild für a und eins für z ansehen? gut.
a – wie schloss allstedt (ein völlig zu unrecht übersehener schatz)
man beachte die uhr! sie hat nur einen stundenzeiger!
z – ‚zur müngstener brücke‚ – immerhin die höchste eisenbahnbrücke deutschlands (und es fährt eine eisenbahn drüber!)
und um die kirchen nicht zu kurz kommen zu lassen – die letzte auf unserer reise war diese – die dorfkirche zu helmershausen in der rhön
nach vielen tagen nur in der grossen stadt tat es not wieder einmal in den wald zu gehen. auch wenn das wetter alles andere als einladend war. wenigstens eine kleine runde im tharandter wald sollte es sein.
bis zur warnsdorfer quelle führte mein weg – picknick inklusive. und es bot sich an noch einmal über die wüstung warnsdorf nachzudenken. der herr clarus hat mal meine gedanken zusammengefasst (er kann einfach schneller tippen als ich)
#spurensuche – Die Wüste Warnsdorf im Tharandter Wald
Es ist eigenartig still hier oben. Der Tharandter Wald schluckt Geräusche. Nur das Rascheln der Buchenblätter und das leise Murmeln des Wassers sind zu hören. Man steht an der Warnsdorfer Quelle – unscheinbar, klar, gefasst – und ahnt doch: Hier war einmal mehr. „Wüste Warnsdorf“ nennt man diesen Ort. Und wer das Wort zum ersten Mal hört, denkt vielleicht an Sand und Ödnis. Doch „wüst“ bedeutet hier: verlassen. Ein Dorf, das verschwand. Kein Kriegsschauplatz, keine Ruinenstadt – sondern eine mittelalterliche Siedlung, die einfach aufhörte zu sein. Im 12. Jahrhundert, als die Wälder gerodet und neue Dörfer gegründet wurden, entstand hier Warnsdorf. Archäologische Untersuchungen belegen Brunnen, Hausstellen, sogar Hinweise auf eine kleine Kirche. Holzfunde lassen sich dendrochronologisch auf die frühen 1160er Jahre datieren – also in jene Zeit, als deutsche Siedler das Land erschlossen und dem Wald Ackerflächen abrangten. Man darf sich einfache Holzhäuser vorstellen, Rauch, der aus Dachöffnungen zieht, Felder auf steinigem Boden, Viehtrieb entlang der Waldsäume.
Und dann – Stille.
Im 14. Jahrhundert wurde das Dorf aufgegeben. Warum? Vielleicht waren die Böden karg. Vielleicht trafen Missernten oder Krankheiten die kleine Gemeinschaft. Vielleicht lockten bessere Standorte. Manche vermuten, dass die Bewohner ins nahe Dorfhain zogen. Der Wald kam zurück. Er hat Geduld. Doch wie so oft reicht die nüchterne Erklärung dem Volksmund nicht. Die Sage erzählt, Warnsdorf sei ein gottloses Dorf gewesen. Hochmut, Frevel, Missachtung der Gebote – so raunt es die Überlieferung. Eines Tages habe sich die Erde aufgetan. Häuser, Kirche, Menschen – alles sei versunken. Nur das Läuten einer Glocke habe man noch gehört, dumpf und fern unter der Erde. Später, so heißt es weiter, hätten Wildschweine auf den Wiesen gewühlt und dabei eine Glocke freigelegt. Man habe sie geborgen und in einer Kirche der Umgebung aufgehängt. Und wer genau hinhöre, so erzählen ältere Wanderer noch heute mit einem leichten Lächeln, der könne im Herbstnebel manchmal ein zweites, fernes Läuten hören – aus der Tiefe des Waldes.
Natürlich wissen wir: Dörfer versinken nicht einfach. Sie werden aufgegeben. Wirtschaftliche Veränderungen, klimatische Verschlechterungen im Spätmittelalter, vielleicht die Pest – all das genügt als Erklärung. Aber die Sage gibt dem Ort eine Seele. Sie macht ihn hörbar. Geht man heute über die Warnsdorfer Wiesen, sieht man nichts Spektakuläres. Keine Mauerreste ragen aus dem Boden. Keine Fundamente zeichnen sich deutlich ab. Nur Namen sind geblieben: Warnsdorfer Quelle, Warnsdorfer Bach, Warnsdorfer Flügel. Toponyme als Gedächtnisspeicher. Und vielleicht ist das die eigentliche Faszination solcher Wüstungen: Sie sind keine Monumente. Sie sind Leerstellen. Man steht im Wald und weiß, dass hier einmal Menschen lebten, arbeiteten, hofften. Kinder spielten. Jemand eine Glocke goss oder stiftete. Jemand sie läutete.
Heute läutet nichts mehr.
Nur das Wasser fließt weiter. Und wenn der Wind durch die Bäume fährt, klingt es für einen Moment fast wie ein fernes, unterirdisches Schwingen.
Eine Spurensuche endet hier nicht mit einem Bauwerk – sondern mit einer Vorstellung. Und die ist manchmal stärker als jeder Stein.
und so stellt sich der herr clarus das ‚gottlose‘ dorf vor
es tat gut draussen zu sein, die stille zu geniessen, getroffen habe ich niemanden, die vögel sind noch still. in diesem sinne noch einen schönen abend!