Dorfkirche Jahnshain

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Jahnshain – Dorfkirche zwischen Romanik und Spätgotik

Als ich am Sonntag in Jahnshain ankam, zeigte die Turmuhr kurz vor zwölf. Der Gottesdienst war gerade verklungen, die Menschen verließen das Kirchgelände, einige blieben noch für ein Gespräch am Tor stehen. Die Kirche lag still im Spätsommerlicht, von der Mauer des alten Friedhofs umgeben, deren Bäume den schlanken Dachreiter wie einen Zeiger in den Himmel rahmen.



Geschichte, die sich schichtet

Die ersten Mauern dieser Kirche stammen aus dem frühen 12. Jahrhundert. Zwei kleine Rundbogenfenster an der Südseite lassen noch ahnen, wie bescheiden die romanische Kapelle gewesen sein muss. Um 1500 kam der spätgotische Chor hinzu – höher, mit Strebepfeilern und Maßwerkfenstern. Seitdem atmet die Kirche zwei Zeiten zugleich: das bodenständige Romanische und das aufstrebende Gotische.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde immer wieder erneuert. 1686 kam eine neue Kanzel, drei Jahre später ein neuer Altar. 1707 setzte man einen prächtigen Aufsatz hinzu. Im Jahr 1809 erhielt die Gemeinde eine Orgel aus Leipzig. Die Spuren von Krieg und Zeit forderten ihren Tribut, doch jede Generation hat wieder aufgebaut: von Reparaturen im 18. Jahrhundert über Restaurierungen in den 1990er Jahren bis hin zur Orgelüberholung von 1999.


Innenraum mit Überraschungen

Als ich das Schiff betrat, war es angenehm kühl und von der letzten Festlichkeit erfüllt. Die umlaufenden Emporen verleihen dem Raum eine fast hallenartige Weite. In der Mitte fällt der Blick auf den runden Taufstein aus weißem Sandstein mit der Jahreszahl 1519 und die steinerne Kanzel von 1686 mit dem Meisterzeichen „H. H.“. Besonders eindrücklich ist die geschnitzte Christusfigur im Chor – der Auferstandene, noch vom Licht der hohen Fenster gestreift.



Ein vergoldeter Kelch aus dem 16. Jahrhundert gehört ebenfalls zur Ausstattungsgeschichte der Kirche, ist jedoch heute nicht im Raum zu sehen; er dürfte sicher im Pfarrhaus verwahrt sein.



Einordnung

Schon die Sächsische Kirchengalerie von 1903 führte Jahnshain als Filiale von Kohren, und die ältere „Sachsens Kirchen-Galerie“ druckte sogar eine Lithographie ab. Richard Steche beschrieb 1890 die Doppelnatur: „Die Kirche besteht aus einem Schiffe romanischen Ursprungs […] und aus einem um 1500 angebauten, spätgotischen Chor mit dreiseitigem Schlusse und Strebepfeilern.“ Wer heute, wie ich an diesem Sonntagmittag, davor steht, erkennt genau das: eine kleine Dorfkirche, die zwei Bauzeiten in sich trägt – und doch als Ganzes überzeugt.


(Aufgeschrieben nach meinen Gedanken vom Lieblingsbot)


Eine Ergänzung von mir – das konnte er (der bot) nicht wissen – den Opferstock, der wohl durchaus noch in betrieb ist, fand ich schon bemerkenswert!


so sah sie wohl vor dem jahre 1823 aus…




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Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.
Johannes 10,14





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