Die bemalte Holzdecke der Kirche zu Grumbach ist durchaus bemerkensert! zum einen ist sie direkt auf die Deckenbretter gemalt und die Verzierungen sind nachträglich aufgebracht – zum anderen erzählt sie in 96! Bildern die Geschichten der Bibel von der Schöpfung bis zu den Aposteln! Ich habe alle 96 Felder abgelichtet und werde sie hier vorstellen. Viel Spass beim lesen (entziffern) der jeweiligen Bildunterschrift! Die zugehörigen Bibelstellen sind in kleinen links unten n den Bildern versteckt. Wir beginnen die Besichtigung an der ersten Reihe, hinter dem Altar!
Erste Reihe
Gott erschafft Himmel und Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen. 1. Mose 1Gott erschafft Eva und führt sie Adam als Gefährtin zu. 1. Mose 2, 18–25Adam und Eva essen von der verbotenen Frucht und verlieren das Paradies. 1. Mose 3, 1–24Kain erschlägt seinen Bruder Abel und wird von Gott zur Rechenschaft gezogen. 1. Mose 4, 1–16…
Zweite Reihe
Die Sintflut überflutet die Erde; Noah und die Tiere finden in der Arche Rettung. 1. Mose 7Gott schließt seinen Bund mit Noah; der Regenbogen wird zum Zeichen seiner Zusage. 1. Mose 9, 8–17Ein Engel hält Abraham davon ab, Isaak zu opfern; ein Widder tritt an dessen Stelle. 1. Mose 22, 1–19Jakob sieht im Traum eine Himmelsleiter und empfängt Gottes Verheißung. 1. Mose 28, 10–22Jakob hütet Labans Herden und gewinnt durch die gescheckten Tiere eigenen Besitz. 1. Mose 30, 25–43Jakob ringt in der Nacht mit einem geheimnisvollen Gegenüber und erhält den Namen Israel. 1. Mose 32, 23–33
Dritte Reihe
Josefs Brüder verkaufen ihn an Händler; so gelangt er nach Ägypten. 1. Mose 37, 12–36Josef lässt seinen Vater Jakob nach Kanaan bringen und im Familiengrab bestatten. 1. Mose 50, 1–14Israel zieht durch das geteilte Meer; das Heer des Pharaos versinkt in den Fluten. 2. Mose 14, 15–31Gott versorgt das Volk in der Wüste mit Manna und Wachteln. 2. Mose 16, 1–36Aaron trägt die vorgeschriebenen Priestergewänder für seinen Dienst am Heiligtum. 2. Mose 28, 1–43Das Volk verehrt das goldene Kalb; Mose zerbricht im Zorn die Gesetzestafeln. 2. Mose 32, 1–20
Vierte Reihe
Die Darstellung zeigt die im Gesetz angeordnete Steinigung eines Gotteslästerers. 3. Mose 24, 10–23Die Kundschafter bringen eine große Weintraube als Zeichen der Fruchtbarkeit Kanaans zurück. 4. Mose 13, 17–27Mose richtet die eherne Schlange auf; der Blick auf sie rettet die Gebissenen. 4. Mose 21, 4–9Gott beauftragt Josua, Israel ins verheißene Land zu führen, und spricht ihm Mut zu. Josua 1, 1–9Die Priester tragen die Bundeslade in den Jordan, dessen Wasser für Israels Durchzug weicht. Josua 3, 1–17Israel zieht mit der Bundeslade um Jericho; beim Schall der Hörner fallen die Mauern. Josua 6, 1–20
Fünfte Reihe
Nach seinem Sieg lässt Josua die fünf gefangenen Könige hinrichten und an Bäumen aufhängen. Josua 10, 16–27Simson zerreißt einen Löwen mit bloßen Händen und findet später Honig in dessen Kadaver. Richter 14, 5–9Simson hebt die Stadttore von Gaza aus und trägt sie auf einen Berg. Richter 16, 1–3Delila entlockt Simson sein Geheimnis; nach dem Abschneiden seiner Haare wird er gefangen genommen. Richter 16, 4–22Simson bringt die Säulen des Philistertempels zum Einsturz und stirbt mit seinen Feinden. Richter 16, 23–31Die Philister erbeuten die Bundeslade; die Nachricht vom Unglück führt zum Tod des Priesters Eli. 1. Samuel 4, 1–18
Sechste Reihe
Jeftahs Tochter begrüßt ihren heimkehrenden Vater, dessen unbedachtes Gelübde ihr zum Verhängnis wird. Richter 11, 29–40Samuel salbt Saul zum König über Israel. 1. Samuel 10, 1–16Samuel salbt den jungen David, den Gott zum künftigen König erwählt hat. 1. Samuel 16, 1–13David besiegt Goliath mit seiner Schleuder und schlägt ihm mit dessen Schwert den Kopf ab. 1. Samuel 17, 40–51David entkommt Sauls Mordversuch; Michal hilft ihm durch ein Fenster zu fliehen. 1. Samuel 19, 9–17Der Priester Ahimelech gibt dem fliehenden David die heiligen Brote und Goliaths Schwert. 1. Samuel 21, 2–10
Siebte Reihe
Saul und seine Söhne fallen im Kampf gegen die Philister; Saul stürzt sich in sein Schwert. 1. Samuel 31, 1–13David sieht Batseba beim Baden, nimmt sie zu sich und lässt ihren Mann Uria im Krieg sterben. 2. Samuel 11, 1–27Auf dem Karmel antwortet Gott auf Elias Gebet mit Feuer und erweist sich gegenüber Baal als lebendig. 1. Könige 18, 20–40Elia wird im Sturm zum Himmel aufgenommen; ein feuriger Wagen trennt ihn von Elisa. 2. Könige 2, 1–12Trotz der Warnung des Propheten zieht Ahab in den Krieg und wird tödlich von einem Pfeil getroffen. 1. Könige 22, 29–38Die Belagerung Samarias endet; der ungläubige Offizier wird im Gedränge am Stadttor zu Tode getreten. 2. Könige 7, 1–20
Achte Reihe
Hiob wird schwer krank und hält trotz seiner Leiden an Gott fest. Hiob 2, 1–10Jesaja sieht Gott im Tempel; ein Seraf reinigt seine Lippen, bevor er zum Propheten berufen wird. Jesaja 6, 1–13Gott beruft Jeremia und zeigt ihm einen Mandelzweig und einen siedenden Kessel als Zeichen. Jeremia 1, 4–19Hesekiel sieht, wie verdorrte Gebeine durch Gottes Geist wieder lebendig werden. Hesekiel 37, 1–14Ein großer Fisch verschlingt Jona; in seiner Not betet der Prophet zu Gott und wird gerettet. Jona 2, 1–11Micha kündigt Gottes Gericht über Samaria und Jerusalem an. Micha 1, 1–9
Neunte Reihe
Habakuk klagt über Gewalt und Unrecht; Gott kündigt das Kommen der Babylonier an. Habakuk 1, 1–17Zefanja warnt vor dem Tag des Herrn und vor dem Gericht über Götzendienst und Unrecht. Zefanja 1, 1–18Haggai ruft das Volk auf, den Wiederaufbau des Tempels nicht länger aufzuschieben. Haggai 1, 1–15Maleachi tadelt die Priester, weil sie Gott mit unwürdigen Opfern missachten. Maleachi 1, 6–14Judit tötet Holofernes in seinem Zelt und bringt seinen Kopf aus dem feindlichen Lager. Judit 13, 1–10Mattatias verweigert das heidnische Opfer und beginnt den Widerstand gegen den erzwungenen Glaubensabfall. 1. Makkabäer 2, 15–28
Damit sind wir in der Mitte der Decke angekommen – also im übertragenen Sinne. Die Geschichten des Alten Testaments sind hier zu Ende und in den restlichen Bildern werden nun Texte des Neuen Testaments bebildert.
Zehnte Reihe (Neues Testament)
Der Evangelist Matthäus mit seinem Menschensymbol; sein Evangelium beginnt mit Jesu Stammbaum. Matthäus 1, 1–17Der Evangelist Markus mit dem Löwen; sein Evangelium beginnt mit Johannes dem Täufer und Jesu Auftreten. Markus 1, 1–15Der Evangelist Lukas mit dem Stier; er kündigt einen sorgfältig geordneten Bericht über Jesus an. Lukas 1, 1–4Der Evangelist Johannes mit dem Adler; sein Evangelium verkündet das ewige Wort, das Mensch wird. Johannes 1, 1–18Der Engel Gabriel verkündet Maria, dass sie Jesus, den Sohn Gottes, zur Welt bringen wird. Lukas 1, 26–38Maria besucht Elisabeth, die sie und ihr ungeborenes Kind freudig begrüßt. Lukas 1, 39–56
Elfte Reihe
Jesus wird in Bethlehem geboren; Hirten kommen zur Krippe und beten das Kind an. Lukas 2, 1–20Am achten Tag wird das Kind beschnitten und erhält den Namen Jesus. Lukas 2, 21Die Weisen aus dem Morgenland folgen dem Stern und bringen Jesus ihre Gaben. Matthäus 2, 1–12Josef flieht mit Maria und dem Kind nach Ägypten, um Jesus vor Herodes zu schützen. Matthäus 2, 13–15Der zwölfjährige Jesus spricht im Tempel mit den Lehrern; dort finden ihn seine Eltern. Lukas 2, 41–52Jesus wird getauft; der Heilige Geist kommt auf ihn herab und die Himmelsstimme nennt ihn Gottes Sohn. Lukas 3, 21–22
Zwölfte Reihe
Der Hauptmann von Kapernaum vertraut Jesu Wort; sein kranker Knecht wird geheilt. Matthäus 8, 5–13Das Gleichnis vom Sämann zeigt, wie unterschiedlich Menschen Gottes Wort aufnehmen. Markus 4, 1–20Ein Feind sät Unkraut unter den Weizen; beides soll bis zur Ernte wachsen. Matthäus 13, 24–30Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg erhalten auch die zuletzt Gerufenen den vereinbarten Tageslohn. Matthäus 20, 1–16Der ausgestreute Samen steht für Gottes Wort; nur auf gutem Boden bringt er bleibende Frucht. Lukas 8, 4–15Jesus widersteht in der Wüste den Versuchungen des Teufels mit Worten der Schrift. Matthäus 4, 1–11
Dreizehnte Reihe
Eine kanaanäische Frau bittet beharrlich für ihre Tochter; Jesus würdigt ihren Glauben und heilt das Kind. Matthäus 15, 21–28Jesus befreit einen stummen Menschen von einem Dämon und weist den Vorwurf zurück, mit dem Bösen zu wirken. Lukas 11, 14–23Der verlorene Sohn kehrt heim; sein Vater nimmt ihn voller Freude wieder auf. Lukas 15, 11–32Das Bild vom Splitter und Balken mahnt, zuerst die eigenen Fehler zu erkennen. Lukas 6, 39–42Nach dem wunderbaren Fischfang beruft Jesus Petrus und seine Gefährten in seine Nachfolge. Lukas 5, 1–11Jesus mahnt zur Versöhnung mit dem Gegner, bevor der Streit vor Gericht endet. Matthäus 5, 21–26
Vierzehnte Reihe
Jesus speist viertausend Menschen mit sieben Broten und wenigen Fischen. Markus 8, 1–9Von zwei Söhnen erfüllt derjenige den Willen des Vaters, der zunächst ablehnt, dann aber im Weinberg arbeitet. Matthäus 21, 28–32Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten fragt nach dem verantwortlichen Umgang mit empfangenen Gaben. Matthäus 25, 14–30Der Pharisäer rühmt sich, während der Zöllner um Erbarmen bittet; Gott nimmt den Demütigen an. Lukas 18, 9–14Jesus heilt einen tauben Menschen, der kaum sprechen kann, und öffnet ihm Ohren und Mund. Markus 7, 31–37Der barmherzige Samariter versorgt einen Überfallenen und wird ihm zum Nächsten. Lukas 10, 25–37
Fünfzehnte Reihe
Jesus heilt zehn Aussätzige; nur einer kehrt zurück, um Gott zu danken. Lukas 17, 11–19„Singet“: Der Schriftzug über der Orgel erinnert an das gemeinsame Singen zum Lob Gottes. Vgl. Epheser 5, 19–20„Spielet“: Die musizierenden Engel veranschaulichen den Aufruf, Gott von Herzen zu loben. Vgl. Epheser 5, 19–20„Dem Herrn“: Die drei Schriftfelder verbinden Gesang und Musik zum Lob Gottes. Vgl. Epheser 5, 19–20Der unbarmherzige Knecht erhält selbst Vergebung, verweigert sie aber seinem Mitknecht. Matthäus 18, 21–35Jesus kündigt schwere Zeiten an und mahnt seine Jünger, für das Kommen des Menschensohnes wachsam zu bleiben. Matthäus 24, 1–44
Letzte Reihe (z.t. hinter der Orgel versteckt)
Jesus heilt am Sabbat einen wassersüchtigen Menschen und stellt die Hilfe für den Nächsten in den Mittelpunkt. Lukas 14, 1–6Martyrium durch Zersägen; die Person ist hier nicht sicher bestimmbar. Hebräer 11 nennt diese Todesart, ohne einen Namen zu nennen. Vergleich: Hebräer 11, 35–38Stephanus sieht den Himmel offen und betet für seine Verfolger, während sie ihn steinigen. Apostelgeschichte 7, 54–60
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Der gute Hirte geht vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.