Kirche Planitz (Käbschütztal)

planitz – eins der 37 dörfchen, weiler, flecken die zur grossgemeinde käbschütztal zusammengefasst wurden – besteht auch nur aus einer handvoll häuser. aber es hat eine eigene kirche.

(abbildung in der beschreibung der baudenkmäler sachsens von herrn gurlitt)

ganz den standpunkt kann man heute nicht mehr einnehmen – das ist privatland. aber ich hab von der ferne einen ähnlichen blickwinkel hinbekommen

in ihrer jetzigen form erbaut im jahre 1727. es wird berichtet das man die neue kirche um den vorgängerbau herumbaute und die alte erst abgetragen hat als die neue fertig war. dem turm war kein langes leben beschieden – er musste schon 1770 erneuert werden (nicht wegen blitzschlages oder so sondern wegen baufälligkeit). 1827 hat man es dann geschafft ihn auch mit schiefer zu verkleiden. der turm ist quadratisch und geht über dem langhausfirst in ein achteck über. gekrönt von einer laterne und einer wetterfahne

heute trägt sie nur noch zwei jahreszahlen – 1802 und 1973. die buchstaben H.(?) A.v.Z. (ein bezug auf Bastian August von Zehmen?) wurden wohl bei der restaurierung entfernt. ich kann ergänzen – weil ich heute die originale wetterfahne besichtigen konnte – die buschtaben waren von wind und wetter zerstört und so hat man die jahreszahl der restaurierung verewigt.

treten wir ein:

(klickklack aufs bild für mehr…)

eine besonderheit gibt es noch – an der nordseite der kirche.

die – jetzt funktionslose – veranda mit freitreppe. man kann noch gut die zugemauerten türen erkennen. die führten früher direkt zu den patronatslogen im inneren. der dünkel musste also nicht durchs gemeine volk zum gottesdienst sondern konnte ungestört eintreten. und wer genau hinsieht kann auch die zwei vergitterten ‘fenster’ unter der terasse bemerken. die beherbergen auch ein geheimnis. die linke öffnung offenbart nicht viel

ausser das es in den keller geht. bei der rechten sieht es anders aus

das ist eine richtige gruft. freigelegt wurden die räume vor einigen jahren bei der schwamm-/salpeter- was auch immer – sanierung der darübeliegenden wände. seitdem sind sie nur mit gittern verschlossen damit die luft zirkulieren kann. leider ist völlig in vergessenheit geraten wer dort unten bestattet worden ist und zu wem die zu sehenden särge gehören könnten. aber schön das sie erhalten wurden und jetzt auch sichtbar bleiben.

zum abschluss noch ein blick vom angrenzenden feld über den kirchhof auf die südseite der kirche

~~~

Zum Frieden hat euch Gott berufen.
1. Korinther 7,15

~~~

zurück zur startseite