#kirchensafari – St. Wolfgang in Krupka
Wenn man den steilen Weg hinauf zum Komáří hůrka nimmt, dem „Mückenberg“ über Krupka, taucht unvermittelt die kleine St.-Wolfgang-Kapelle auf. Schlicht und weiß, mit einem schindelgedeckten Dach und dem feinen Dachreiter, steht sie über den Tälern – ein stiller Zeuge der langen Bergbaugeschichte dieser Region.
Die Ursprünge reichen ins 14. Jahrhundert zurück, als die erste Kapelle hier für die Knappen entstand. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, doch Ende des 17. Jahrhunderts wagte man einen Neubau. Seither wacht die Kapelle über das Erzgebirge, getragen vom Namen des heiligen Wolfgang von Regensburg. Er, Bischof im 10. Jahrhundert, gilt als Schutzpatron der Bergleute – und sein Kult hat im Erzgebirge tiefe Spuren hinterlassen: Die große St.-Wolfgang-Kirche in Schneeberg, der Wolfgangsaltar in Annaberg, ja sogar Gruben tragen seinen Namen.
Auch in Krupka verband man mit ihm mehr als nur Fürbitte: Eine Legende erzählt, Wolfgang habe bei einer Rast die Heidelbeeren gesegnet. Jahr für Jahr pilgerten die Menschen deshalb zur „Blaubeerfahrt“ auf den Mückenberg. Und bis heute zieht es Einheimische und Besucher an diesen Ort – sei es zu stiller Andacht, zu Ausstellungen über die Bergbaugeschichte oder zu ökumenischen Feiern, die Deutsche und Tschechen hier zusammenbringen.
Die Kapelle selbst ist innen schlicht, fast leer – doch gerade darin liegt ihre Kraft: ein hölzerner Wolfgang, ein alter Sühnekreuzstein (der seit der Restaurierung 2024 wohl verschwunden ist), dazu der Blick hinaus über die Berge. Hier wird spürbar, dass Heiligenverehrung nicht nur Erinnerung ist, sondern Brücke zwischen Jahrhunderten.
(aufgeschrieben vom Lieblingsbot)
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Christus möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung.
Philipper 3,10
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