grünfelder park

der grünfelder park – gelegen zu füssen des waldenburger schlosses. im tal des callenberger baches. angelegt von otto carl friedrich fürst zu schönburg nach plänen des ‘gartenkünstlers’ christian friedrich schuricht. betreten wir ihn

tor by dirk derbaum on 500px.com

 

und schon das tor bedarf einer erläuterung! diese tor mit der inschrift “Der stillen Naturfreude” ist viel älter als der park, es stammt wohl aus dem 12. jahrhundert. 1844 wurde es saniert, wobei ihm sein morbider charme genommen wurde (es hiess im volksmund nur ‘ruine’) – es wurden fehlende steine ersetzt und der anhaftenden pflanzenbewuchs entfernt. eine interessante entdeckung machte man aber bei dieser aktion – es gab eine grundsteinlegungskassette hinter der linken säule. eine tafel aus zinn mit der inschrift

“Im Jahre 1786 im Monath März ward dieses Thor auf Befehl des regierenden Grafen, Herrn Otto Carl, Friedrich des Heil: Römisch: Reichs Grafenvon Schönburg etc. hierher nach Grünfild, einem herrschaftl. Guthe, gebracht und aufgebauet, …”

kurz darauf kommt der besucher zur ‘insel’. durch ein kleines wehr und den dort abzweigenden bachlauf wird das fleckchen tatsächlich rundum vom wasser ‘umspült’.

hin gelangt man über diese kleine brücke

und auf ihr befindet sich ein postament und eine bogenförmigen steinbank

dieses postament krönte früher eine gusseiserne vase die aber im laufe der zeiten abhanden gekommen ist. noch früher – also vor der grossen ‘parkreparatur und ergänzung’ 1844 – stand hier ein japanischer pavillon dessen dach 8 säulen hielten.

vorbei an durchaus beeindruckenden bäumen kommt man zu einem der höhepunkte des parkes – dem badehaus.

hier schon durch die bäume zu ahnen.

“Das klassizistische Badehaus zählt zu den bedeutendsten Schöpfungen, nicht nur des Grünfelder Parks, sondern seiner Art überhaupt. Die Wahl des Standortes in der Hauptachse des sentimentalen Parkbereichs unterstreicht die Wertigkeit des tempelartigen um 1790 errichteten Bauwerks. Architektonisch lässt sich durch die rustizierte Fassade, das Treppendach und den Mittelrisalit mit Portikus eine Anlehnung an das römische Pantheon erkennen. Das dreiachsige, eingeschossige Gebäude verkörpert mit seiner unikaten, steinimitierend schwarzgrauen Fassadenoberfläche im Kontrast zu den Sandsteinreliefs der Segmentbögen, ein unvergleichliches Architekturbeispiel aus der Zeit des Frühklassizismus. Am Architrav des Portikus steht in Kurzform die Inschrift „HENRICAE CONJVGI OPTIMAE DAT DONAT DEDICAT OTTO“, die übersetzt „ Henriette, der besten Gattin, gibt, schenkt und widmet, Otto.“, den Gartentempel als Geschenk des Bauherren an die Gemahlin ausweist. Entgegen der äußeren Kubatur überspannt eine von Feston- und Widderkopfgesims getragene, kassettierte Kuppel mit lichteinlassender Dachlaterne den ovalen Innenraum. Nach bauarchäologischen Befunden wird der namensgebende Baderaum mit Wasserkunst im rechten Seitenflügel vermutet.” ¹

ein stück weiter versperrte eine felsnase den hauptweg. was lag näher als diese zu sprengen und die dabei entstandenen bruchsteine als felsgrotte mit durchgang wieder aufzuschichten 😉

***
*under construction…*

 

¹quelle