oelsengrund

spurensuche im erzgebirge.

ich habe sommerurlaub! heute! und bin jetzt so fertig das es nur ein ganz kurzer blogeintrag wird. und das kam so – der herr rappel war wandern. in einer gegend in die ich schon lange wollte. eigentlich wollte ich schon vor zwei wochen aber da kam uns was dazwischen.
und jetzt sitze ich hier und spüre knochen und muskeln von denen ich gar nicht wusste das ich sie habe. ich bin halt nicht mehr im training und so war meine runde wohl etwas lang und strapaziös…

über die verschwundene kulturlandschaft im gottleubatal werde ich noch berichten – schliesslich war ich darum dort. — teil I ist online klick-klack! für heute nur 2 bilder die ich richtig spooky finde

trees von dirk derbaum auf 500px.com

 

trees II von dirk derbaum auf 500px.com

 

ausser spooky durchaus auch beeindruckend – der saure regen hat vor jahrzehnten aufgehört – früher sah ja der ganze erzgebirgskamm so aus. und rundum der wald sieht auch recht gut aus. komische dinge manchmal…

TEIL II

von orten und häusern

was mich schon lange gereizt hat, der herr rappel hats noch angestachelt, jetzt hab ichs mal umgesetzt. die alte junge wüstung oelsengrund. den ehemaligen ort meinerseits zu beschreiben ist unnötig. das hat der herr kadner hier mit liebe und sachkenntnis schon getan. ausfühlicher und genauer als ich es könnte.

‘zum opfer gefallen’ ist er dem talsperrenbau in bad gottleuba. um solche ereignisse wie auf den bildern hier zu verhindern. weil die talsperre gleichzeitig trinkwasserreservoir ist musste alles oberhalb der staumauer weichen. also fast. und diese reste war ich nun 50 jahre später unterwegs zu suchen.

meiner runde nach kam ich zuerst an den resten der clemensmühle vorbei

clemensmühle I von dirk derbaum auf 500px.com

 

clemensmühle II by dirk derbaum on 500px.com

 

diese mühle war mit über 700 jahren mahltradition die älteste mühle in der gegend. nach 1951 fungierte sie dann als ferienheim der tu dresden (ich zitiere die tu: “Am Anfang des Jahres 1951 monierte der Studentenrat der TH Dresden, dass den fast 4000 Studenten der Hochschule kein eigenes Erholungsheim zur Verfügung stehen würde. Kurze Zeit darauf wurde der Hochschule die idyllisch aber auch abseits gelegene Clemensmühle im Tal der Gottleuba nach Enteignung durch das Kreisratsamt Pirna zur Nutzung übergeben.
Die sehr spartanische Unterkunft im Oelsengrund war von Anfang an vorrangig für die Nutzung durch die Studenten vorgesehen. Anfangs standen den Studenten etwa 40 Betten zur Verfügung. Durch Ausbaumaßnahmen konnte die Bettenanzahl auf etwa 60 gesteigert werden.
Die Unterbringung und vor allem die Verpflegung der Gäste waren anfangs sehr problematisch. Jedem Gast stand 1951 eine tägliche Ration an Lebensmitteln zur Verfügung, die u. a. 65g Fleisch, 30g Marmelade und 30g Magerquark beinhaltete. Um die Lage etwas zu entspannen, wurde z.B. im Tausch gegen das anfallende Heu zum Jahresende 1951 ein Schlachtschwein beschafft.”
)

weiter gehts im grunde – am wehr und diversen brückenresten vorbei – darüber mehr in teil II

das hochwasser 1957 hat auch das spritzenhaus im grunde zerstört – es wurde ein neues gebaut. und das begrüsste mich als nächstes.

spritzenhaus I von dirk derbaum auf 500px.com

 

spritzenhaus II von dirk derbaum auf 500px.com

 

ein bissel wie ein hexenhaus mitten im walde. aber hexe habe ich keine gefunden – auch wenn es schon lange nicht mehr verschlossen ist

schloss von dirk derbaum auf 500px.com

 

spritzenhaus III von dirk derbaum auf 500px.com

 

an den geisterbäumen – abgebildet in der ersten spurensuche – vorbei fand ich das nächste relikt. das wahrscheinlich grösste noch erhaltene.

meiselmühle von dirk derbaum auf 500px.com

 

meiselmühle II von dirk derbaum auf 500px.com

 

meiselmühle I von dirk derbaum auf 500px.com

 

die aussenmauern der ehemaligen meiselmühle. leider weiss ich von ihr gar nichts und kann auch nichts finden. ausser das das wirtschaftsgebäude beim hochwasser 1927 weggespült wurde.
wendepunkt meiner tour war dan die brücke über den nasenbach

nasenbachbrücke von dirk derbaum auf 500px.com

 

unterhalb der brücke an der mündung in die gottleuba gab es eine weitere mühle, die köhler-mühle. die wurde aber 1927 völlig zerstört und wohl auch nicht wieder aufgebaut. keine reste zu finden…
ab da bin ich wieder zurück bis zum ehemaligen dorfplatz von oelsengrund um von dort steil bergauf nach oelsen zurückzulaufen.

soweit der zweite teil zu meiner spurensuche. für teil III bin ich auch schon am recherchieren.

danke an alle geneigten leser die bis hierhin gelesen haben.

TEIL III

von wegen und brücken

der beitrag wird wohl mehr bilder als text enthalten (für mich ja nicht so absonderlich). allein der tatsache geschuldet das ich zu den objekten nicht so viel in erfahrung bringen konnte.

brücke II von dirk derbaum auf 500px.com

 

brücke I von dirk derbaum auf 500px.com

 

reste einer brücke über die gottleuba unterhalb der ehemaligen clemensmühle.

wehr von dirk derbaum auf 500px.com

 

wenn mich nicht alles täuscht sind das die reste des wehres für den mühlgraben zur clemensmühle (eine langzeitbelichtung musste es dann doch sein, wobei auch die folgenden bilder alle mit stativ aufgenommen sind…)

gländer von dirk derbaum auf 500px.com

 

gottleubabrücke von dirk derbaum auf 500px.com

 

wieder gings über die gottleuba, diesmal oberhalb der strasse von oelsen nach breitenau.

widerlager I von dirk derbaum auf 500px.com

 

wenn ich alle spuren richtig deute ist das der rest widerlageres der brücke aus fichtenstämmen welche zum bauernhof richard kühnel geführt hat.

hydrant von dirk derbaum auf 500px.com

 

eine gute löschwasserversorgung ist notwendig – vor allem bei diesem wetter!

tree III von dirk derbaum auf 500px.com

 

tree II von dirk derbaum auf 500px.com

 

kleinigkeiten am wegesrand -. die natur kennt kein erbarmen – sie nimmt sich zurück was ihr gehört…

brückenweg von dirk derbaum auf 500px.com

 

noch die brücke am ehemaligen dorfplatz – wo sich alte oelsengrund strasse und lappbuschweg trennen. um eine vorstellung zu vermitteln wo das ungefähr ist hier der link zu tante guugels karten.
ab hier geht es dann unbarmherzig bergauf – 110 höhenmeter am stück. 😉

aber wenn man(n) die geschafft hat dann erwartet den wanderer solch ein lieblicher feldweg, so richtig mit rain und hecke, der zurück zum augangspunkt nach oelsen führt.

lappenbuschweg von dirk derbaum auf 500px.com

 

und damit möchte ich meine spurensuche erst einmal abschliessen. nicht ohne zu vermerken das ein besuch in der vegetationsarmen jahreszeit unbedingt noch einmal sein muss.
es war ein sehr engagiertes projekt meinerseits. lange geplant. ich habe viel rechechiert, gelesen, gelernt. auch und vor allem im nachgang. sogar in die slub sind wir gefahren um ein buch auszuleihen welches ich für mindestens 50€ nicht kaufen wollte. (letzten endes waren auch nur 3 seiten für mich relevant (ein band der ‘werte der deutschen heimat’ von 1961 in dem die clemensmühle noch als tu-ferienheim geführt wird 😉 ).
und vielleicht hilft das hier ja fast vergessenes ein wenig für die nachwelt zu bewahren…

danke an alle geneigten leser für die geduld bis hierhin durchgehalten zu haben.

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