In der längsten Nacht des Jahres liegt der Dorfteich von Bärnsdorf still. Kein Bach, kein Strom – nur dunkles Wasser, das den Himmel spiegelt. Und mitten darin ein Bogen aus Licht. Kein Tor aus Stein, kein Bergwerkseingang, sondern ein schwimmender Schwibbogen, getragen von Wasser und Geduld.
Er steht dort nicht trotz der Dunkelheit, sondern für sie. Das Licht ruht nicht fest auf der Erde, es schwimmt – ein leiser Gedanke: Auch in unsicheren Zeiten kann Licht Halt finden. Die Kerzen spiegeln sich im Teich, verdoppeln sich, werden mehr, als sie eigentlich sind.
Der Bogen markiert keinen Weg hinaus aus dem Dorf, sondern einen Moment des Innehaltens. Gerade hier, in der längsten Nacht, wenn das Jahr seinen tiefsten Punkt erreicht, erzählt er still:
Das Licht kehrt zurück.
Nicht hastig. Nicht laut.
Aber zuverlässig.
Und so liegt er da, der Schwibbogen auf dem Wasser – ein Zeichen, dass selbst die Dunkelheit einen Träger braucht, um Sinn zu bekommen. (Text: Herr Clarus)
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