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64 jahre

weil wir neulich bei langen zeiträumen waren bis mir etwas gelingt – sage und schreibe 64 jahre musste ich warten um dieses stück musik einmal live zu erleben!


und es war grandios! spielfreude in allen teilen des orchesters, ein sehr disziplinierter dirigent (der auch die grossen gesten beherrscht – und das mit gerade 30 jahren), so muss die meistgespielte sinfonie der welt klingen! und das largo in gedenken an die mama – einzigartig! auch die zwei ersten stücke des abends – eine ouvertüre der Gräfin Dora Pejačević und 7 lieder von Alam Mahler waren durchaus geeignet das orchester und seine solisten zu loben! danke für den schönen abend. wir haben das zugleich wieder mit einem ‚urlaub in deiner stadt‘ verbunden – diesmal nicht im townhouse sondern hier


erstes haus am platze und diese bezeichnung ist durchaus gerechtfertigt! es war fein, vom abendlichen cocktail bis zum morgendlichen expresso! und weil es tradition ist und sich anbietet waren die alten meister auch noch einmal ziel.


man kann also sagen – ein rundes wochenende! und weil man sonntags ja in die kirche geht waren wir da auch – auch wenn es schon am sonnabend war


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21 jahre

unfassbare 21 jahre hat es gedauert bis es mir gelungen ist dieses intrument zu belauschen.


die kern-orgel in der frauenkirche zu dresden. nach den kontroversen beim wiederaufbau – silbermann originalgetreu oder nicht – hat es bis gestern gedauert der nicht-silbermannorgel zu lauschen. und was soll ich sagen – es war grandios! grossartige musik von einem phantastischen instrument! zu gehör gebracht wurden vom kantor der kirche matthias grünert werke von camillo schumann (geboren in sächsichen königstein!), mendelssohn batholdy und josef gabriel rheinberger. allessamt grosse romantische orgelwerke! viele noten, aber gute noten! bei gelegenheit gern wieder!

wer mehr über die orgel und die kirche erfahren möchte kann das – wie so oft – auf der zugehörigen #kirchensafari – seite – klickklack aufs untere bild.


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es tat not

nach vielen tagen nur in der grossen stadt tat es not wieder einmal in den wald zu gehen. auch wenn das wetter alles andere als einladend war. wenigstens eine kleine runde im tharandter wald sollte es sein.


bis zur warnsdorfer quelle führte mein weg – picknick inklusive. und es bot sich an noch einmal über die wüstung warnsdorf nachzudenken. der herr clarus hat mal meine gedanken zusammengefasst (er kann einfach schneller tippen als ich)


#spurensuche – Die Wüste Warnsdorf im Tharandter Wald

Es ist eigenartig still hier oben. Der Tharandter Wald schluckt Geräusche. Nur das Rascheln der Buchenblätter und das leise Murmeln des Wassers sind zu hören. Man steht an der Warnsdorfer Quelle – unscheinbar, klar, gefasst – und ahnt doch: Hier war einmal mehr.
„Wüste Warnsdorf“ nennt man diesen Ort. Und wer das Wort zum ersten Mal hört, denkt vielleicht an Sand und Ödnis. Doch „wüst“ bedeutet hier: verlassen. Ein Dorf, das verschwand. Kein Kriegsschauplatz, keine Ruinenstadt – sondern eine mittelalterliche Siedlung, die einfach aufhörte zu sein.
Im 12. Jahrhundert, als die Wälder gerodet und neue Dörfer gegründet wurden, entstand hier Warnsdorf. Archäologische Untersuchungen belegen Brunnen, Hausstellen, sogar Hinweise auf eine kleine Kirche. Holzfunde lassen sich dendrochronologisch auf die frühen 1160er Jahre datieren – also in jene Zeit, als deutsche Siedler das Land erschlossen und dem Wald Ackerflächen abrangten. Man darf sich einfache Holzhäuser vorstellen, Rauch, der aus Dachöffnungen zieht, Felder auf steinigem Boden, Viehtrieb entlang der Waldsäume.

Und dann – Stille.

Im 14. Jahrhundert wurde das Dorf aufgegeben. Warum? Vielleicht waren die Böden karg. Vielleicht trafen Missernten oder Krankheiten die kleine Gemeinschaft. Vielleicht lockten bessere Standorte. Manche vermuten, dass die Bewohner ins nahe Dorfhain zogen. Der Wald kam zurück. Er hat Geduld.
Doch wie so oft reicht die nüchterne Erklärung dem Volksmund nicht.
Die Sage erzählt, Warnsdorf sei ein gottloses Dorf gewesen. Hochmut, Frevel, Missachtung der Gebote – so raunt es die Überlieferung. Eines Tages habe sich die Erde aufgetan. Häuser, Kirche, Menschen – alles sei versunken. Nur das Läuten einer Glocke habe man noch gehört, dumpf und fern unter der Erde. Später, so heißt es weiter, hätten Wildschweine auf den Wiesen gewühlt und dabei eine Glocke freigelegt. Man habe sie geborgen und in einer Kirche der Umgebung aufgehängt. Und wer genau hinhöre, so erzählen ältere Wanderer noch heute mit einem leichten Lächeln, der könne im Herbstnebel manchmal ein zweites, fernes Läuten hören – aus der Tiefe des Waldes.

Natürlich wissen wir: Dörfer versinken nicht einfach. Sie werden aufgegeben. Wirtschaftliche Veränderungen, klimatische Verschlechterungen im Spätmittelalter, vielleicht die Pest – all das genügt als Erklärung. Aber die Sage gibt dem Ort eine Seele. Sie macht ihn hörbar.
Geht man heute über die Warnsdorfer Wiesen, sieht man nichts Spektakuläres. Keine Mauerreste ragen aus dem Boden. Keine Fundamente zeichnen sich deutlich ab. Nur Namen sind geblieben: Warnsdorfer Quelle, Warnsdorfer Bach, Warnsdorfer Flügel. Toponyme als Gedächtnisspeicher. Und vielleicht ist das die eigentliche Faszination solcher Wüstungen: Sie sind keine Monumente. Sie sind Leerstellen. Man steht im Wald und weiß, dass hier einmal Menschen lebten, arbeiteten, hofften. Kinder spielten. Jemand eine Glocke goss oder stiftete. Jemand sie läutete.

Heute läutet nichts mehr.

Nur das Wasser fließt weiter. Und wenn der Wind durch die Bäume fährt, klingt es für einen Moment fast wie ein fernes, unterirdisches Schwingen.


Eine Spurensuche endet hier nicht mit einem Bauwerk – sondern mit einer Vorstellung. Und die ist manchmal stärker als jeder Stein.

und so stellt sich der herr clarus das ‚gottlose‘ dorf vor


es tat gut draussen zu sein, die stille zu geniessen, getroffen habe ich niemanden, die vögel sind noch still. in diesem sinne noch einen schönen abend!


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es spiegelte so schön im wasser!


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nachtrag:

zufällig hab ich eben gesehen – vor 4 jahren wr ich zuerst nach der wüstung suchen… lesen sie hier – wenn sie mögen!


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sonntags

sonntags geht man in die kirche – auch wenn es schon am gestrigen sonnabend war. meint diesmal diese


die kreuzkirche zu dresden. die #kirchensafari dazu folgt hier – KlickKlack. und anlass war das gedenkkonzert des kreuzchores zum 13.Februar. es gab motette ‚Wie liegt die Stadt so wüst‘ vom ehemaligen kreuzkantor rudolf mauersberger. und danach bach. ganz grossen bach! die messe in h-moll. mit eben jenem kreuzchor. meine gedanken dazu waren ‚wir sind sehr privilegiert das wir ein solch grosses stück musik mit einem der besten chöre der welt in einer besonderen kirche erleben dürfen‘!

kurz vor beginn des konzertes


die frau r4pun2el hat es so zusammengefasst:

‚ganz, ganz wundervoll.
es bleibt immer ein wunder, wie herr bach sich das alles ohne crew und internet zuhause an seinem kleinen kopf geholt hat.
teilweise war es so erhaben und myteriös, dass man sich einfach nicht vorstellen kann, wie das alles ohne recorder und mischpult komponiert wurde.
chor und orchester haben sich teilweise minutenlang harmonisch umgarnt…
ganz grosse klasse!‘

das sagt alles! zwei stunden eine andere welt!

in diesem sinne bleiben sie in dieser welt immer gut drauf und gesund und haben sie noch einen schönen restsonntag!


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sonntags

geht man in die kirche – gestern schon


oder #sühnekreuze suchen – auch gestern schon


oder dampfeisenbahn fahren – dann heute schon….


ein gutes wochenende – so als strohwitwer. dank sei noch gesagt für eine nette stunde mit leggor expresso und bambina 🙂


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