heute beginnt also die fastenzeit – ich werde mal keinen #gaffee trinken in den 40 tagen. passend zum thema hat mir der herr clarus einen stahlstich aus einem meiner fotos erstellt
seine gedanken dazu
Die beiden Kerzen – noch Licht. Der leere Raum – Verzicht. Der Rahmen – Ordnung. Und die Kartusche – Zeitmarke.
passt. – der geneigte leser hat sich vielleicht schon gefragt wer jener ominöse herr clarus ist der mir hier ab und zu hielft meine gedanken zu formulieren. nun es ist mein persönlicher chatgpt – bot. den namen hat er sich selber ausgesucht als ich ihn gefragt habe. also heisst er jetzt so. und ich muss sagen um für #kirchensafaris oder #spurensuchen zu recherchieren ist er sehr nützlich. und er tippe ungefähr 100x schneller als ich – was mir auf eben jenen seiten längere texte ermöglicht. hier im blg texte ich aber weiterhin selber und ich werde auch alle passagen welcher der herr clarus geschrieben hat als solche kennzeichnen.ich habs jetzt vllt. ein viertel jahr ausprobiert und bin dankbar dafür diese technik nutzen zu können. und so stellt sich herr clarus unsere zusammenarbeit vor
vorgabe für das bild war: erstellen sie bitte ein bild (ja, wir sind per sie) wie sie sich unsere zusammenarbeit vorstellen. und das war der erste und einzige versuch! (manchmal wird mir ein wenig angst 😉 ) wenn sie also in zukunft ‚in zusammenarbeit mit herrn clarus‘ lesen wiessen sie mit wem sie es zu tun haben!
und dann war da noch der winter! er bot gelegenheit für elmar III.
esel war begeistert das ihn elmar wie das jesuskind auf der schulter getragen hat! vielleicht ergibt sich ja noch eine chance für einen 4. elmar – noch ist der winter nicht vorbei!
der letzte tag des urlaubs sollte noch einmal heimatgeschichte bringen. seit kurzem gibt es einen rundweg um bzw. durch das dorf vorderzinnwald auf dem östlichen erzgebirgskamm. wenn sie jetzt sagen – das dorf kenne ich ja gar nicht haben sie recht. es existiert nicht mehr – wurde in den 1950er jahren geschleift nachdem die – zumeist deutschen – bewohner 1945/46 geflüchtet bzw. vertrieben worden sind. der lieblingsbot hat die geschichte mal zusammengefasst
Spurensuchen in den verlorenen Dörfern des östlichen Erzgebirges
Wenn man heute durch das östliche Erzgebirge wandert, zwischen Zinnwald-Georgenfeld, Fürstenau und Dubí, dann fällt es schwer, sich vorzustellen, dass hier vor kaum achtzig Jahren noch Menschen lebten, Kinder spielten, Kühe auf kargen Wiesen weideten und Glocken zur Wallfahrt riefen. Wo heute nur noch Hochflächen, Moorwiesen und stille Waldstreifen liegen, standen einst Häuser, Ställe und eine Kapelle. Orte wie Vorderzinnwald, Vorder- und Hinterbrand oder Habendorf sind zu Namen ohne Dorf geworden – Wüstungen, ausgelöscht in den Wirren der Nachkriegszeit.
Auf der Suche nach Spuren
Meine Spurensuche beginnt am alten Kirchsteig, der von Fürstenau über die Grenze führt. Er war über Jahrhunderte der Lebensnerv für die Menschen von Vorderzinnwald. Hier gingen sie zum Gottesdienst ins sächsische Nachbardorf, hier trugen sie ihre Kinder zur Taufe und ihre Toten zum Friedhof. Heute zeigt der Weg kaum mehr, dass er einst die Lebensader einer Grenzgemeinde war. Am Rand aber steht ein Gedenkstein, schlicht, unscheinbar, mit einer Tafel: „Vorder-Zinnwald – nicht vergessen.“
Hinter solchen Worten liegt ein tiefer Schmerz. Denn Vorderzinnwald, 800 Meter hoch auf dem Erzgebirgskamm gelegen, war einmal ein lebendiges Dorf. Gegründet von Bergleuten, die im 14. Jahrhundert aus Graupen hierher kamen, um das Zinn aus dem Gebirge zu gewinnen. Sie rodeten Wald, bauten erste Hütten, hielten ein paar Kühe, froren in den langen Wintern und flechteten im Winter Stroh- und Bastarbeiten, um den kargen Lohn aufzubessern. So begann eine über 500-jährige Geschichte, die abrupt und brutal endete.
Ein Dorf im Auf und Ab
Vorderzinnwald war nie groß – um 1900 lebten kaum zweihundert Menschen hier, in den letzten Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg waren es 250. Doch das Dorf hatte alles, was man zum Leben brauchte: eine einklassige Schule, drei Gasthäuser, eine Feuerwehr, einen Skiverein. Und eine kleine Kapelle, die 1887 erbaut wurde, um einen spätgotischen Marienaltar zu beherbergen, den die Nachbarn in Fürstenau nicht mehr gebrauchen konnten. Die Kapelle wurde zum Wallfahrtsort, der jedes Jahr Anfang Juli Pilger aus beiden Ländern zusammenführte. Katholiken aus Böhmen und Protestanten aus Sachsen feierten gemeinsam das Marienfest – eine fast schon utopische Vorstellung im Rückblick.
Die Menschen lebten von harter Arbeit: die Männer unter Tage in den Gruben von Hinterzinnwald, als Holzfäller oder Fuhrleute, die Frauen an Herd und Webstuhl, die Kinder halfen früh bei Vieh und Handwerk. Man lebte einfach, entbehrungsreich, aber nicht unglücklich. Im Winter schnallte man sich Ski unter die Füße – Vorderzinnwald galt als Schneeloch, als Wintersportzentrum mit einem Naturfreundehaus und ersten Vereinen.
Der Bruch von 1945
Dann kam der Krieg, der auch vor einem kleinen Grenzdorf nicht haltmachte. Im Ort wurde ein Zwangsarbeiterlager eingerichtet, im Frühjahr 1945 zogen KZ-Häftlinge auf Todesmärschen vorbei. Im Mai rückte die Rote Armee ein. Und kurz darauf begann das, was man in den Geschichtsbüchern nüchtern „Vertreibung“ nennt. Für die Familien von Vorderzinnwald bedeutete es den Verlust von Heimat, Haus, Hof, Nachbarschaft.
Zuerst waren es Plünderungen, Schikanen, dann kamen die Lastwagen. Zwischen 1945 und 1948 mussten alle Bewohner das Dorf verlassen. Mit wenig Gepäck über die Grenze, hinein ins Ungewisse. Was zurückblieb, wurde nicht neu besiedelt. Im Gegenteil: Die Häuser wurden systematisch abgerissen oder gesprengt, die Kapelle verschwand, die Schule ebenso. Nur der wertvolle Altar wurde gerettet und gelangte ins Museum nach Teplice.
Von der Karte gelöscht
So wurde Vorderzinnwald ausgelöscht – nicht durch Feuer oder Naturkatastrophe, sondern durch politische Entscheidung. Ein ganzes Dorf wurde von der Landkarte getilgt. Auf Luftbildern der 1940er Jahre sieht man noch Hausstellen, Gärten, Wege. Zwei Jahrzehnte später nur noch Grasflächen. Wer heute durch die Wiesen geht, erkennt vielleicht noch kleine Schutthügel, überwachsene Fundamente. An manchen Stellen ragt im Sommer Flieder aus dem Gebüsch – ein Überbleibsel aus alten Gärten.
Der Ort ist verschwunden, doch nicht vergessen. Gedenksteine und Informationstafeln erinnern, ebenso archäologische Spuren: 2022 legten Archäologen den Fußboden der Kapelle wieder frei. Er wurde dokumentiert und erneut bedeckt, aber vielleicht wird er eines Tages sichtbar gemacht. Auch virtuelle Rekonstruktionen lassen die Kapelle mit ihrem Altar wieder auferstehen – auf dem Smartphone, mitten in der Landschaft.
Viele verschwundene Orte
Vorderzinnwald steht stellvertretend für viele andere Dörfer im östlichen Erzgebirge, die nach 1945 dem Erdboden gleichgemacht wurden. Namen wie Vorderbrand, Hinterbrand oder Habendorf sind heute nur noch Erinnerungsorte. Manche liegen mitten im Wald, andere auf freiem Feld. Überall dieselbe Geschichte: Deutsche Bewohner, Vertreibung, Abriss.
Es ist ein dunkles Kapitel, das bis heute nachwirkt. Für die Nachkommen der Vertriebenen bleibt eine Lücke, ein Verlust, der sich kaum schließen lässt. Für die Region bleibt ein Stück Geschichte, das ausgelöscht wurde – und das sich doch in Spuren noch zeigt.
Spurensuche heute
Meine Spurensuche endet an einer kleinen Tafel am Grenzweg. Daneben der Stein mit der Inschrift. Ich bleibe einen Moment stehen, sehe hinüber nach Fürstenau, wo die Kirche noch immer steht, deren Altar einst in Vorderzinnwald eine neue Heimat fand. Ich sehe hinüber zu den Hochflächen, wo einmal 54 Häuser standen. Und ich merke: Auch wenn von den Dörfern nichts mehr sichtbar ist, auch wenn sie auf keiner Karte mehr eingezeichnet sind – sie sind nicht verschwunden.
Sie leben weiter in Erinnerungen, in Erzählungen, in Gedenksteinen. Und in dem Willen, diese Geschichte nicht zu vergessen.
So wird aus einer Wüstung ein Erinnerungsort. Und aus meiner Wanderung eine #spurensuche – nach den verlorenen Dörfern des östlichen Erzgebirges. (chatgpt)
die wanderung zum nachgehen gibts bei komoot. und ein paar luftbilder zeigen – man sieht wirklich fast nichts mehr vom dorf
die ehemalige Kapelle mit dem wiedererichten ehemaligen Kriegerdenkmal.
über diese wiesen bis hinauf zum waldrand erstreckte sich das dorf.
und noch – als abschluss – das ehemalige kriegerdenkmal (so vermute ich – ich vermute richtig wurde mir inzwischen bestätigt) welches neben der wallfahrtskapelle stand
ein sehr interessanter vormittag war das. und ein dank gilt allen an der gestaltung des rundweges beteiligten.
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Nachsatz
es gibt eine erweiterte und in kleinen teilen verbesserte/ergänzte/korrigierte version dieses textes auf der #spurensuchen – seite. vielen dank an den herrn grenzgänger ( bei twitter unter zu finden) fürs korrektur lesen und die nützlichen anmerkungen.
auch als hartmannmühle bekannt hat sie ihre besten tage schon hinter sich. obwohl sie wohl noch schlechtere hatte denn mitter 1990er wurde zumindest das hauptgebäude schon einmal teilsaniert.
die giebel und das dach wurden gedeckt, das mauerwerk trockengelegt (zumindest sieht es so aus) und was noch weiss ich nicht. aber seitdem ruht sie im dornröschenschlaf.
den früher vorhandenen mühlteich hat man inzwischen trockengelegt und das wasser stand ihr wohl schon mehrmal bis zum hals.
leider sind weder das eigentliche hochwasserschild (Hochwasser 8.7. 1927) noch die inschriften auf dem türstock noch gut bzw. überhaupt zu entziffern. und auch sonst hält sich das ensemble sehr bedeckt – ich habe noch nichts weiter darüber gefunden. wenn also jemand was weiss!
das ganze ist eine ergänzung zum meiner wanderung jetztmal als mich die zollkontrolle von der genaueren begutachtung der gebäude abgehalten hat 😉
ein beitrag den ich irgendwie schon jahre mit mir rumschleppe und immer noch nicht zu ende gedacht und gebracht habe – ja noch nicht mal so richtig angefangen.aber er passt ein wenig zur derzeitigen mitmachaktion bei der @burgposterstein (unter beteiligung von 3 anderen thüringer museen) – namens #garteneinsichten. es geht um die verschwundenen dörfer auf dem erzgebirgskamm welche ich in den letzten tagen durchquert bzw. besucht habe. seit 70 jahren holt die natur sie sich zurück nachdem sie zwischen 1945 und 1955 verlassen und geschleift wurden. aber man kann sie noch finden! und zwar anhand der früher an jedem haus vorhandenen bauerngärten! ein wanderweg im wald und plötzlich zwischen fichten, brombeeren und farn – blühender flieder! auf einer noch vorhandenen trockenmauer die das grundstück zum weg hin abschliesst (dahinter noch zu ahnen – der ehemalige standort des hauses)
ein anderer waldweg – plötzlich eine brücke, eine mauer – dahinter ein ehemaliger mühlgraben umstanden von obstbäumen – von der mühle nichts mehr zu sehen… (es gab einmal 4 in diesem dorf mit insgesamt 26 häusern!)
es sind also nicht nur die grossen englischen oder französischen gärten der herrenhäuser, rittergüter oder schlösser (egal ob noch verhanden und dahindämmernd, heiter belebt oder nicht mehr da) sonder auch die gärten der ‚kleinen‘ leute. die welche ihr zu hause wegen vertreibung aufgeben mussten. aber ihre gärten erzählen heute noch geschichten – man muss nur hinsehen und hören!
so könnte das auch auf dem erzgebirgskamm ausgesehen haben – als des die ‚verschwundenen‘ dörfer noch gab!
ps – ich werde das ganze natürlich noch bei meinen #spurensuchen vertiefen – im laufe der zeit!
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pps – ich habe die standorte der einzelnen fotos noch ergänzt (als google-maps-link) – auf den luftbildern kann man die grundstücke zum teil sogar noch gut erkennen! bei den hier besprochenen ortschaften handelt es sich um das ehemalige böhmisch-müglitz, voitsdorf und ebersdorf. einzig von voitsdorf stehen noch einige häuser…