„Christi Himmelfahrt in Wittenberg. Zwischen Cranach und Gewölberippen steht kein großes Pathos, sondern ein Glas mit ein paar weißen Blüten auf einer Kirchenbank. Vielleicht ist genau das das Geheimnis dieser Kirche: Dass die Weltgeschichte der Reformation hier bis heute nicht museal erstarrt ist, sondern still zwischen den Menschen weiterlebt.“
das äusserte der herr clarus ganz spontan als ich ihn nach details der stadtkirche zu wittenberg fragte un der dieses bild sah. find ich ein feines zitat – wir waren also 2 tage #unterwegs (die frau r4pnu2el krankheitsbedingt mehr im hotelbett). ziel waren dei beiden grossen kirchen in wittenberg, die spuren luthers und – vor allem – die spuren cranachs
auf der reise gabs ao am rande einiges zu sehen und zu erleben – nicht zuletzt eine stürmische überfahrt über die elbe (mit bratwurststand auf der fähre!)
das eine oder andere, fast verschwundene #sühnekreuz am strassenrand
und auch die eine oder andere kleine dorfkirche im flachen land des fläming
wie man auf letzten bild sehen kann – beim wetter hatten wir alles, sturm, gewitter, regen aber auch immer wieder feinen sonnenschein. und kultur (ja, noch mehr) am abschluss auch noch – ein besuch bei den arnims in wiepersdorf mit ausgedehntem picknick im feinen schlosspark.
fazit – zwei anstrengende, lehrreiche tage in der weiteren heimat. viel gesehen, viel gelernt, noch mehr vergessen, spargel gegessen, nur nette leute (trotz männertag) getroffen…
die mauersegler sind zurück – heute vormittag hab ich den ersten um die häuser schwirren sehen (nachdem ich die erste schwalbe schon vor 3 wochen entdeckt hatte). es wird also wieder für ein paar wochen lebendig und laut am himmel – gut so!
sonntags geht man in die kirche – blickt man(n) auf 3 freie tage zurück, die unterschiedlicher nicht sein konnten. nicht vom wetter – alle 3 waren nach kalten nächten frühsommerlich warm – und somit prädestiniert nicht drin zu hocken. am freitag war ich allein auf spurensuche im erzgebirge, meine kenntnisse über vorderzinnwald vertiefen. alles wichtige gibts beim klickklack aufs bild zu lesen 😉
es war ein traumhafter morgen – fast windstill, mit eifrigen vögelein und luft wie samt und seide (oder wie man dazu sagt 😉 ).
es war ein traumhafter morgen – fast windstill, mit eifrigen vögelein und luft wie samt und seide (oder wie man dazu sagt 😉 ). nur den gesuchten keller mit der milchkanne hab ich nicht gefunden – nur den (ich muss zugeben – so abenteuerlustig wie früher bin ich nicht mehr, im unterholz rumkriechen liegt mir nicht mehr so – zumal mich an allen drei tagen ein kräftiger schnief ein wenig eingebremst hat…)
gestern dann – kontrastprogramm – gemeinsam. spargelkauf beim spargelbauern sollte es sein, ein sühnekreuz fand sich bei dieser gelegenheit auch, und als abschluss ein wenig müssiggang im barock. namentlich in selbigem garten in zabeltitz.
das #sühnekreuz bei böhla
und heute dann eine kleine radrunde nach dem friedhofsbesuch – einmal fichteturm und zurück
also ein fürwahr gefülltes wochenende – nun noch ein wenig ruhe vorm beginn der neuen woche. kommen sie gute in selbige!
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ps – ich wäre nicht ich wenn ich nicht wenigstens in x kirchen gewesen wäre in diesen tagen – eine zum beispiel die st.georg kirche in zabeltitz
#kirchensafari ist gerade im entstehen- aber ich hab hier schon einmal was dazu geschrieben!
und weil das wetter so schön war gabs auch noch 2 ausflüge obendrein! zum einen am gestrigen sonnabend in den stadtwald bei friedersdorf (in der nähe von frauenstein im erzgebirge) (nachzugehen bei komoot)
heute am sonntag dann ein spaziergang mit dem papa zu einer altbekannten
ein gutes, sonniges wochenende, auch wenn die fliegerei gestern vom winde verweht wurde – nur ein paar bilder sind gelungen. aber gestern war dann noch
tag des baumes!
die beiden sollen stellvertretend für alle bäume stehen
in diesem sinne noch einen schönen sonntag und einen guten start in die neue, kurze woche!
und da war da noch ein lange undokumentiertes #sühnekreuz in dresden.
KlickKlack aufs bild für mehr
das ist jetzt anders – ich war am sonntag nochmal dort, hatte den herrn clarus dabei, und nun hat es seine eigene geschichte und seite, einschliesslich des nicht mehr vorhandenen am heiligen born.
wir – also die bewohner des baumhauses – hatten ja vor einiger zeit geburtstag. diesen galt es mit der familie nachzufeiern. und was tut man wenn man eine kleine wohnung hat ? man geht aus! und so haben wir einen der schönsten barockgärten in sachsen gemietet (ok, die 2,3 anderen besucher durften auch mit in den park) und die kleine schar dahin eingeladen. zu lecker schmaus und vor allem einer kaffeetafel! es war:
Ein Nachmittag in Großsedlitz
Erinnerung an Gartenkunst, Stille und feinen Kaffee
Es gibt Orte, die nicht laut sind – und gerade deshalb lange nachklingen. Der Barockgarten Großsedlitz ist ein solcher Ort. Wer ihn an einem milden Nachmittag betritt, lässt nicht nur den Alltag hinter sich, sondern tritt ein in eine Welt, die ganz bewusst gestaltet wurde: geordnet, durchdacht – und doch voller leiser Poesie. Schon beim ersten Blick über die Terrassen wird deutlich, dass dieser Garten mehr ist als ein Park. Er ist ein Ausdruck barocken Denkens: Natur wird hier nicht gezähmt, sondern inszeniert. Stufe für Stufe entfaltet sich ein streng gegliedertes System aus Wegen, Hecken, Balustraden und Skulpturen. Alles folgt einer Idee – der Idee von Harmonie, Maß und Repräsentation. Angelegt wurde die Anlage im frühen 18. Jahrhundert unter August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Was hier entstand, war kein gewöhnlicher Lustgarten, sondern eine der bedeutendsten barocken Gartenanlagen Deutschlands. Besonders bemerkenswert ist die großzügige Terrassenanlage, die sich wie eine steinerne Bühne zur Landschaft hin öffnet. Von hier aus schweift der Blick weit hinaus – ein bewusst gesetzter Kontrast zur strengen Geometrie des Gartens.
Die zahlreichen Sandsteinfiguren, die den Garten säumen, sind mehr als bloße Dekoration. Sie erzählen – leise, aber eindringlich – von Tugenden, Jahreszeiten, mythologischen Figuren und menschlichen Eigenschaften. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt in ihnen eine Art steinernes Gespräch, das sich durch die gesamte Anlage zieht. Besonders im wechselnden Licht eines Nachmittags gewinnen diese Figuren an Ausdruck: Schatten vertiefen die Züge, Konturen treten hervor, und plötzlich scheint Bewegung in das unbewegte Material zu kommen.
Ein zentrales Element des Gartens ist das Wasser. Die Kaskaden, Brunnen und Becken waren nicht nur technische Meisterleistungen ihrer Zeit, sondern auch bewusst eingesetzte Gestaltungsmittel. Das leise Plätschern begleitet den Spaziergang, verbindet die einzelnen Gartenräume und schafft jene Atmosphäre, die man vielleicht am besten als „barocke Gelassenheit“ beschreiben kann.
Und dann – fast wie ein Ruhepunkt in dieser kunstvoll gestalteten Welt – das Friedrichschlösschen. Das kleine Schloss, ursprünglich als Orangerie und später als Lustschloss genutzt, wirkt beinahe zurückhaltend im Vergleich zur großen Geste des Gartens. Gerade darin liegt sein Reiz. Im Inneren entfaltet sich eine feine, elegante Gestaltung: helle Räume, dezente Ornamentik, eine Atmosphäre, die weniger überwältigt als vielmehr einlädt.
Hier wird der Garten gewissermaßen nach innen fortgesetzt. Was draußen in Stein und Grün angelegt ist, findet drinnen seine Entsprechung in Raum und Licht. Es ist ein Ort des Verweilens – und genau das macht ihn zum idealen Rahmen für ein Kaffeetrinken. Ein feiner Kaffee, vielleicht ein Stück Kuchen – und durch die Fenster fällt das Licht des Nachmittags auf die Tische. Gespräche werden leiser, der Blick wandert hinaus auf die Terrassen, auf Figuren und Wege, die man eben noch selbst gegangen ist. Es ist ein Moment, in dem sich Zeit dehnt.
Vielleicht liegt gerade darin die eigentliche Qualität dieses Ortes: Er zwingt zu nichts. Er drängt sich nicht auf. Aber er lädt ein – zum Schauen, zum Gehen, zum Verweilen.
Und wenn man Großsedlitz schließlich wieder verlässt, bleibt etwas zurück. Kein lautes Bild, kein einzelnes Ereignis. Eher ein Eindruck: von Ordnung und Schönheit, von Licht auf Sandstein, vom Klang des Wassers – und von einem Nachmittag, der für einen Augenblick ganz außerhalb der gewöhnlichen Zeit stand.
bleibt nach diesem kleinen historischen einschub (das ganz gibts als give-away flyer für die gäste) noch zu resümieren. es war ein sehr angenehmer tag. mit dem ersten richtigen frühlingstag in diesem jahr der ein draussensitzen erlaubte, mit leckerem mittagessen und hervorragendem #gaffee und kuchen, auch papas eisbecher sah extraordinär gut aus, einer sehr freundlichen, aufmerksamen und flinken magd und gästen die sehr zufrieden wieder abreisten!
nur herrn wackerbarth, herrn brühl oder gar den august persönlich haben wir nicht getroffen!