Schlagwort ‘november’

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noch ne baustelle

nachdem ich mich vor 20 jahren schon mal mit den in der näheren umgebung recht zahlreich vorhandenen sühnekreuzen befasst habe (das war noch so ganz analog ohne irgendwelche aufzeichnungen) hat mich der zufallsfund am letzten sonntag wieder einmal angefixt.

also habe ich die frau r4pun2el losgesschickt von mir gewünschte literatur aus der bibliothek zu holen. hab gelesen und am feiertag eine erste runde gedreht um einige dieser uralten kulturdenkmale aufzusuchen. nun ist es so das es allein in sachsen über 300 steinkreuze geben soll. ich werde also – wie ich es in letzter zeit angefangen habe – eine seite dafür anlegen. dann kann ich bei bedarf einfach ergänzen. ich beabsichtige nämlich nicht die suche exzessiv zu betreiben sondern nur im vorbeigehen/-fahren die ganze sache ein wenig zu dokumentieren. da sind dann die ergebnisse schön konzentriert. zu sehen sind diese hier.

die bilder zeigen die kreuze in liebstadt, das in oelsen und eins in börnersdorf – mit schaf!
in diesem sinne einen guten start ins wochenende!

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allerheiligen

allerheiligen folgt direkt auf den reformationstag! und ist bei mir wann immer es geht brückentag. heute allerdings ohne über brücken zu gehen. im gegenteil ich war indoor was beguggn. was (ganz entfernt) durchaus mit dem heutigen tag zu tun hat.

den dresdner totentanz.

urprünglich zwischen 1533 und 1535 von kurfürst georg dem bärtigen im georgentor integriert (dort zwischen 2 und 3 etage richtung elbe in die fassade eingelassen) wurde das relief unter august dem starken wegen bauarbeiten am georgentor abgenommen und der kirchgemeinde von dresden neustadt überlassen. das bei dieser aktion 5 figuren zu bruch gingen nahm einfach hin. erst 1721 wurde er in die mauer des alten friedhofs auf der rähnitzgasse integriert wobei wenigstens 4 der 5 kaputten figuren ersetzt wurden. 1733 musste das relief schon wieder umziehen, der alte friedhof wurde aufgelassen um die dreikönigskirche bauen zu können. dort wurde er auch nach beginn des wiederaufbaus 1984 witterungsgeschützt und unter grossen mühen restauriert untergbracht und ist noch heute zu besichtigen.

und das haben wir heute getan

totentanz I by dirk derbaum on 500px.com

 

totentanz II by dirk derbaum on 500px.com

 

bessere bilder gingen heut nicht – eine geführte gruppe von touristen hat das gestühl besetzt und so kam ich nur von den seiten ran…
was dem ganzen hier fehlt sind die z.t. bitterbösen verse die unter den einzelnen reliefteilen standen (zum teil sind sie noch an der friedhofsmauer des inneren neustädter friedhofs zu lesen)

“Wenn du kommst und wenn du gehst
wo du bist und wo du stehst,
denke dass du sterben musst.


Komm, alter Vater, komm,
ich muss dich nun begraben,
weil dich die Leute hier nicht länger wollen haben,
dass aber deiner nicht so ganz vergessen sey,
stehst du im Bildnis da mit einer Clerisei.
Der Kaiser folget mir sammt allen Potentaten,
kein König thut mir’s nach an Ruhm wie auch an Taten.
Der Fürst und Grafe stirbt, es stirbt der Rittermann,
weil niemand, wer es sei, sich mein erwehren kann.

Ihr seid hier alle gleich. Wenn einer wär vom Adel,
ein Ratsherr bei der Stadt, ein Meister ohne Tadel,
Soldat und Bauersmann,  ein Mann mit einem Bein,
muss er doch in Person mit an den Tanze sein.


Und ihr müsst auch mit dran, kein Weib aus allen Ständen
wird mir in diesem Tanz entwischen aus meinen Händen.
Der junge Mann muss fort, das Kind, der alte Greis,
weil man an diesem Ort von Unterschied nichts weiß.


So wird eines nach dem andern
hin zu seinem Grabe wandern,
bis wir endlich alle seyn.

texte von magister hilscher

in diesem sinne einen schönen abend…

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nachtrag:
ich hab noch ein wenig gespielt und die software mal glühen lassen – ich glaube so kann man die einzelnen figuren besser erkennen

dem tod folgen der papst, der kardinal, der bischof, und der domherr. der abt. der prediger und der mönch.

und nachmal dem tod – die weltlichen herrscher – der kaiser und der könig, der herzog und der kanzler, der graf und der ritter. (der herzog trägt hier georgs züge, er wendet sich traurig, einen letzten rosenkranz betend, zum kanzler um und ihm wird klar – auch ihm ist beschieden im reigen aller mitzugehen…)

den herrschern folgen die stände – der ratsherr, der werkmeister (hier der hans schickentantz mit winkelmass und hacke), der soldat mit der streitaxt, der bauer mit dem dreschflegel. und hinterdrein, auf seinem hölzernen stelzfuss, der bettler.

auch die weibsbilder sind mit dran. die behäbig fromme äbtissin, die stozgeschmückte fürstin mit barbaras (georgs frau) und die bauersfrau mit der gänsekiepe (in der die gänse noch munter schnattern). sie alle müssen zum letzten tanz!

den schluss des tanzes bilden der geizhals, der seinen geldsack noch im tode umklammert um ihn vor dem bettler den ein kind führt zu beschützen. sie alle nimmt der tod tanzend mit…

und mein schluss nun – alle noch einmal in voller schönheit

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spazieren

am feiertag. auf bekannten pfaden. die grabentour. zwischen krumhennersdorf und reinsberg im freiberger land.
der winter lässt schon ein wenig grüssen

first snow by dirk derbaum on 500px.com

es gäbe so viel darüber zu schreiben – aber ich kann es gerade nicht. es war eine gute tour (trotz verknacksten knöchlel bei frau r4pun2el). durch grauen novembernebel. hier nachzuvollziehen. nur noch kurze neuentdeckungen

einmal beiers-ruhe – wo der felsen nur durchbrochen wurde und benannt ist der platz wohl nach dem beteiligten obersteiger G. Beier (quelle)

und den kroatenstein

klickklack aufs bild für den text auf dem stein

vielleicht gibts mal mehr – aber heute und morgen nicht…

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spazieren

mit der maus im archiv 😉
muss auch mal sein. angeregt durch ein foto bei flickr ist mir aufgefallen das meine artikel zur spurensuche im oels-grund gar nicht vollständig sind. es fehlt eine – wenigstens kleine – erwähnung des naturwunders ‘hohler stein’.

hohler stein by dirk derbaum on 500px.com

so sieht das ganze aus.

hohler stein II by dirk derbaum on 500px.com

und so von der anderen seite.

nun gibt es diskussionen das dieses tor gar nicht natürlichen ursprungs ist. sondern eine art osterzgebirgisches stonehenge – um die sonne zu beobachten. eine variante hier. wie dem auch sei – wenn ich neue erkenntnisse habe werde ich berichten! bis dahin bleibt es ein tolles felsgebilde. und dank seiner relativen unzugänglichkeit ein recht ruhiges, von lärmenden menschenhorden verschontes plätzchen erde.

übrigens bin ich bisher heute auch schon 5890 schritte gelaufen spaziert.

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spazieren

von pennrich nach nausslitz. (fast) immer entlang der autobahn. und trotzdem entspannter und ruhiger als entlang der kesselsdorfer, lärmschutzwänden und buschpflanzungen sei dank. die strecke guggn geht hier.

kaum zu glauben – das ist zwischen möbelhaus und autobahn

das im altfrankener park

und das zwischen gorbitzbach und autobahn. und dabei so ruhig das man die amseln im laub graben hört. erstaunlich.

wenn ich dann wieder einmal richtig fit bin gehen wir den weg auch mal bergauf 😉

wenn man einkehren möchte so bietet sich das café griessbach an.

in diesem sinne – weiter spazieren (ich bin natürlich jeden tag gegangen – habs nur nicht immer aufgeschrieben…)

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