Schlagwort ‘sachsen’

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noch ne baustelle

nachdem ich mich vor 20 jahren schon mal mit den in der näheren umgebung recht zahlreich vorhandenen sühnekreuzen befasst habe (das war noch so ganz analog ohne irgendwelche aufzeichnungen) hat mich der zufallsfund am letzten sonntag wieder einmal angefixt.

also habe ich die frau r4pun2el losgesschickt von mir gewünschte literatur aus der bibliothek zu holen. hab gelesen und am feiertag eine erste runde gedreht um einige dieser uralten kulturdenkmale aufzusuchen. nun ist es so das es allein in sachsen über 300 steinkreuze geben soll. ich werde also – wie ich es in letzter zeit angefangen habe – eine seite dafür anlegen. dann kann ich bei bedarf einfach ergänzen. ich beabsichtige nämlich nicht die suche exzessiv zu betreiben sondern nur im vorbeigehen/-fahren die ganze sache ein wenig zu dokumentieren. da sind dann die ergebnisse schön konzentriert. zu sehen sind diese hier.

die bilder zeigen die kreuze in liebstadt, das in oelsen und eins in börnersdorf – mit schaf!
in diesem sinne einen guten start ins wochenende!

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von eseln und burgen

In einem freundlichen, fruchtbaren mehr weit als tief gebildeten Thale, das sich höchst anmuthig von der Stadt Chemnitz nach Westen hindehnt und von dem Rabensteiner Bache durchflossen wird, erhebt sich auf einem Punkte wo das Thal alle seine Naturschönheiten concentrirt, ein rings von wasser umschlossener steiler Felsen, von dessen Gipfel aus dichten Fichtenzweigen die altehrwürdige Burg Rabenstein auf die lachende Gegend herniederschaut. Das uralte Schloss verdient nach dem Interesse seiner Lage und Ansicht nicht den letzten Platz unter den sächsischen Rittersitzen, ist aber vielleicjt unter allen der kleinste, denn es besteht blos aus einem zwei Stockwerke hohen, nur 5 fenster breiten Wohnhause, an welches sich ein gewaltiger Thurm als Zeuge längst vergangener Jahrhunderte anschliesst, umrankt von baumstarken Epheu, der ihn gleichsam noch für ein zweites Jahrtausend zusammenhalten zu wollen scheint. Zu mehr Gebäuden hat die Oberfläche des isolierten Felsens keinen Raum; kaum das noch einige Fichten Platz fanden, ihre flachen Wurzeln in dem Steinboden einzusenken. …

burg rabenstein

und das ist sie – die so blumig beschrieben burg (ober-)rabenstein. eben die kleinste burg sachsens. erstmalig erwähnt 1338. zu dieser zeit war sie noch wesentlich grösser, hatte eine unterburg und wurde von einer ringmauer umschlossen. deren fundamente sind noch vorhanden und zu begehen.auf dem bild hier kann man sie noch erlennen:

drinnen 88 stufen bis zur turmspitze – mit ausblick bis zu den baumkronen

look outside by dirk derbaum on 500px.com

und zwischenhalt im einzigen zugänglichen wohnraum der burg – viel mehr gibt es sowieso nicht. aber in diesem gibts einhörner!

und die sind auch schon uralt – nämlich von 1624!
wie auf dem spiegelbild zu erkennen gibts gleich nebenan noch ein wesentlich jüngeres herrenhaus. dieses wurde 1776 errichtet – nachdem der von carlowitz die burg aufgeben musste und sie ins eigentum von herrn siegert aus chemnitz überging.

herrenhaus by dirk derbaum on 500px.com

heute ist es ein schlosshotel und macht einen durchaus gepflegten eindruck.
übrigens stammt das erste bekannte bild der burg rabenstein – also der alten – aus dem jahre 1774 und wurde von niemand anderem als dem hier schon erwähnten adrian zingg geschaffen. zu sehen ist es in dieser interessanten chronik zur burg.

und was hat das ganze nun mit eseln zu tun? ganz einfach – wenn man zu burg möchte muss man an diesem hier vorbei!

es handelt sich hierbei um die sogenannte eselsbrücke – ein kleines denkmal für ein stück nicht mehr existente industriekultur.

über den zweiten theil des tages wird zu berichten sein. und jetzt scrollen sie, geneigte leserschaft, noch einmal nach oben und lesen noch einmal den von mir zitierten text. ist deutsch nicht einfach schön? danke an den herrn f. heise dessen schrift “album der schlösser und rittergüter im königreiche sachsen* ich die zeilen entnommen habe.

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von farben und ausblicken

sonntags – wenn der herbst auf der leiter steht.

leaf by dirk derbaum on 500px.com

path by dirk derbaum on 500px.com

führt uns unser weg weg zur thiele – aussicht mit dem dort befindlichen biedermann-mausoleum.

mausoleum by dirk derbaum on 500px.com

angeblich hat hier schon adrian zingg gestanden und eins seiner berühmten bilder von der sächsischen schweiz geschaffen.

river by dirk derbaum on 500px.com

stone by dirk derbaum on 500px.com

nacheinem feinen picknick – wir hatten den papa mit – ging es leichten fusses zurück zum schloss thürmsdorf

castle by dirk derbaum on 500px.com

die dortige schokoladenmanufaktur liessen wir diesmal wegen überfüllung links liegen. ein ganz kleine runde mit tollen blicken auf die bunte welt und damit ein guter sonntag!

königstein

königstein

manchmal muss es auch schwarz/weiss sein. die stadt im dunst und der glitzernde fluss – die romantiker hätten ihre helle freude an der szenerie gehabt!

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to be continued…

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sonntags

sonntags geht man in die kirche – auch wenn es schon sonnabends war. völlig überraschend war die kirche in weisstropp bei unserer gestrigen kleinen wanderung offen. so konnten wir das alte gebäude in aller ruhe besichtigen.


klicklack aufs bild für ein detail – die ältesten teile dieser kirche stammen wohl aus dem jahre 1499.

besonders beachtenswert erscheinen mir taufstein

und kanzel

mehr gibt es – wie jetzt üblich – auf der zugehörigen kirchensafari-seite. in diesem sinne einen wunderbaren spätsommer-sonntag allen geneigten lesern!

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von teufeln und galgen (-bergen)

nachgeforscht und gefunden habe ich einzelheiten zur tännichtmühle. an dieser stelle danke an frau r4pun2el die mir die entsprechende literatur in der bibliothek organisiert hat. und eben jene tännichtmühle von der ich letzte woche noch nichts wusste trägt auch den beinamen teufelsmühle.

so sah sie wohl einmal aus. ihren beinamen hat si vom müller andreas reiff der 1720 im alter von 44 jahren starb. dieser war ein rutengänger was ihm den ruf einbrachte mit dem teufel im bunde zu stehen und seither hiess die mühle nach dem hinkefuss-gesellen. glück war ihr nicht beschieden – immer mehr schulden plagten die besitzer. uns so legten der müller (naman weiss ich nicht) und sein bruder im februar 1853 feuer. allein es hat nicht geklappt – der mühle war nichts passiert. dafür brannte sie 20 jahre später, am 17. april 1872, dann ganz ohne zutun des müllers bis auf die grundmauern nieder. und da dieser ausser schulden auch nichts besass wurde sie nie wieder aufgebaut. und von den grundmauern ist jetzt – noch 150 jahre später – auch fast nichts mehr zu sehen.

von etwaigen wehren, mühlgräben oder ähnlichem habe ich auch nichts gefunden – sowohl in der literatur noch im wald. einzig vielleicht dies

es sieht nach einem nicht mehr benutzbaren stauweiher ein stück oberhalb der mühle aus. dieser könnte das wasser für die mühle bereitgestellt haben. obwohl geschrieben steht das der müller den anwohnern weiter unten versprechen musste das wasser

“nie schützen, sondern immer laufen zu lassen bei Strafe von 2 Thalern”

belassen wir es dabei mit der zeit gerät so manches in vergessenheit. wir haben auf alle fälle den ‘finstren’ grund verlassen um über streuobstwiesen

das örtchen weisstropp zu erreichen. eins der ältesten dörfer in der gegend, schon 1288 urkundlich erwähnt. und aus dieser zeit stammt auch die erste erwähnung eines pfarrers. was auch auf eine kirche daselbst hindeutet. diese

ist es nicht – das ist der nachfolgerbau. darüber gibt es morgen mehr zu berichten.
auf der landstrasse verlassen wir den ort wieder – das schloss haben wir rechtsliegen lassen – es ist privatgebäude – und gelangen zum galgenberg.

eigentlich verdient der hügel den namen berg nicht aber von seinem fuss kann man schön guggn. weit! bis nach radebeul – das ist nicht so weiit aber auch bis moritzburg.

links im bild schloss und kirche moritzburg und rechts die lindenauer wasserturm und die friedensburg mit den radebeuler weinbergen.
und schon sind wir 7km gelaufen und die clara wartet um uns die paar minuten wieder heim zu chauffieren. nazuguggn gibts das ganze hier – bei komoot.

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p.s. eins hab ich noch

creek

das mag ich wieder einmal sehr. und wer mehr lesen möchte – der text über die tännichtmühle ist 1951 in einer schrift ‘dorfbilder’ – heimatgedanken zu oberwartha erschienen.

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