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totensonntag


Totensonntag – Ein Gang durch die Stille

Es war ein stiller Morgen, als ich am Totensonntag hinausging, hinaus in die schneidend klare Luft eines Novembers, der seine ernste Seite besonders deutlich zeigte. –8 Grad, der Atem stand weiß in der Kälte, und ein feiner Reif lag über dem ganzen Gelände, silbrig und beinahe lautlos. Und doch war es keine vollkommene Stille – vielmehr eine gedämpfte Ruhe, durchbrochen von lebendigen, aber vorsichtigen Lauten: dem rauen Ruf eines Eichelhähers, dem dumpfen Trommeln eines Schwarzspechts in der Ferne, dem leisen Flattern einer Amsel, die sich aus dem gefrorenen Unterholz löste. Meisen huschten nervös zwischen den Ästen, Krähen zogen langsam über die Wipfel, und ein Eichhörnchen sprang federleicht über einen mit Reif überzogenen Grabstein und weiter hinauf in die Baumkrone. Das Leben war da, zurückhaltend, aber unübersehbar.


Zwischen den hohen Bäumen stand ein dunkles Grabmal mit Kreuz, dessen Konturen vom Frost fein betont wurden. In der schrägen Morgensonne wirkte es wie ein Schattenriss aus einer anderen Zeit. Die Strahlen fanden ihren Weg durch das wirre Astwerk, brachen sich in winzigen Eiskristallen und ließen die Luft kurz aufglimmen – ein Moment, wie ihn nur ein klarer Wintermorgen schenken kann.


Der Totensonntag, Ewigkeitssonntag, ist ein Tag, an dem das Jahr innehält und die Zeit fast spürbar wird. Die Kirchenglocken – noch stumm am frühen Morgen – würden später an die Namen der Verstorbenen erinnern. Doch schon jetzt, beim Gehen über den frostknirschenden Boden, war die Bedeutung dieses Tages präsent: Ein Blick zurück, ein stilles Erinnern, ein Nachdenken über die Vergänglichkeit, die jeden betrifft, ohne Ausnahme.

Ich blieb vor dem Kreuz stehen. Die Inschrift am Sockel war vom flachen Licht nur mühsam zu erkennen, doch an diesem Morgen schien ihr Inhalt zweitrangig. Jedes Grab, jeder Stein erzählt eine Geschichte, und am Totensonntag wirken all diese Geschichten wie aufgerufen, auch ohne Worte. Der Frost gab ihnen eine feine, glänzende Schwere, und die Tiere ringsum – so lebendig, so selbstverständlich in ihrem Tun – setzten einen fast tröstlichen Gegenklang dazu.

Während ich weiterging, hörte ich über mir erneut einen Eichelhäher, sah eine Amsel mit einem kleinen, frostigen Apfelstück davonhüpfen und wie zwei Krähen sich mit bedächtigem Flügelschlag erhoben. Der Morgen wurde heller, die Welt blieb kalt, aber sie blieb lebendig.

So endet der Totensonntag nie mit einem Schlussstrich. Er ist vielmehr ein Übergang – von der Erinnerung hinein in die stiller werdenden Tage des Spätherbstes, die uns dem Advent entgegentragen. Ein Morgen wie dieser führt uns das vor Augen: Die Vergänglichkeit ist real, aber das Leben ist es ebenso.



danke an herrn clarus der meine gedanken in worte gefasst hat – in diesem sinne einen stillen sonntag – vllt. mit einem requiem?


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#schlössersafari – #unterwegs teil I

unterwegs in den kurzurlaub sollte die erste station fulda sein. auf dem weg dahin hatte ich mir vorgenommen den park vom schloss altenstein nochmals zu besuchen nachdem wir 2014 ja schon einmal dort waren.
wie es manchmal so geht – plötzlich aufmerksamkeit meinerseits – ein schild burgruine! also notbremsung und rechts abbiegen und es zeigt sich dieses feine ensemble


die burgruine winterstein. immerhin 1307 erbaut! allerdings seit der zeit des 30-jährigen krieges – genauer seit 1638 – verlassen und verfallen. aber die reste der wasserburg sind noch zu sehen


nicht zuletzt auch die ehemaligen gotischen fenster die wohl bei der renovierung 1513 eingenaut wurden


gleich nebendran die kirche des ortes (natürlich zu)


auf dem gelände der ehemaligen burg gibt es auch eine heimatstube – deren besuch habe ich mir aber bei meiner kurzen reiseunterbrechung gespart.

und – nicht zuletzt liegt in winterstein der hund begraben! im wahsten sinne des wortes!



wer die ganze legende zum grab nachlesen möchte –> hier entlang!

eine kleine feine sehenswürdigkeit an dem man nicht vorbeifahren sollte – wenn man denn durch die ortschaft kommt! 😉

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sonntags

geht man in an die kirche. meint hier wieder einmal die ‚kahle kirche‘ in reichstädt. ganz andere bilder als am 3.advent letzten jahres!

kahle kirche II by dirk derbaum on 500px.com

 

kahle kirche III by dirk derbaum on 500px.com

 

winter by dirk derbaum on 500px.com

 

gut die weissen waren eine woche später im jahr.

kahle kirche I by dirk derbaum on 500px.com

 


die ‚kahle-höhen-kirche‘ erbaut 1902 an stelle des 1872 abgetragenen vorgängerbaus. dessen sagenumwobene geschichte reicht bis ins jahr 1320 zurück. der name damals ‚zu den 14 nothelfern‘.
ein gedenkstein erinnert an das ganze.


soviel geschichte für heute…

kunstempfehlungen

ich möchte heute mal was empfehlen. was nichts mit photos aber was mit bildern zu tun hat. genauer – mit gemälden. wer die bilder von vermeer mag ist hier richtig gut aufgehoben! und wer eher bruegel mag der sollte hier fündig werden! beide seiten bestechen durch ihre detailfülle. mehr davon bitte!

und dann gäbe es heute noch einen grossen geburtstag zu feiern! einen 80! leider ist mr. j.j.cale schon 2013 gestorben – aber singen muss er trotzdem!



und ein nachtrag zu gestern – ich habe auch dieses jahr wieder barbara-zweige besorgt. mal sehen ob sie es bis weihnachten schaffen…